Sie wollen eine Faltenunterspritzung mit Fillern? Das müssen Sie beachten!

Falten behandeln mit Fillern
Filler gegen Falten

Ob eine Unterspritzung gegen Falten für Sie infrage kommt, können nur Sie selbst entscheiden. In jedem Fall ist es wichtig, gut informiert zu sein. Hier kommen die wichtigsten Fakten.

Was sind Filler?

Damit sind alle Substanzen gemeint, die unter die Haut gespritzt werden, um Falten von innen aufzupolstern. Der beliebteste „Füllstoff“ ist Hyaluronsäure, die auch natürlich in der Haut vorkommt und deshalb gut verträglich ist (andere Filler sind z. B. Kollagen, Poly-L-Milchsäure oder Eigenfett).

Aber Hyaluron ist nicht gleich Hyaluron. Festere, dick flüssigere Filler mit der Säure sind besonders für den Volumenaufbau geeignet, also wenn Gesichtspartien altersbedingt „absacken“. Dünnflüssigere Varianten eignen sich vor allem zum Glätten feinerer Fältchen.

Entscheidend für jede Behandlung ist, dass ein hochwertiger Filler verwendet wird. Fragen Sie daher in der behandelnden Arztpraxis nach, mit welchen Präparaten gearbeitet wird. Wer ganz sichergehen will, kann zu den Produkten bzw. Herstellern im Anschluss im Internet recherchieren. Zu guten Produkten findet man, anders als bei vielen Fillern von Billiganbietern, auch wissenschaftliche Studien im Netz.

Was bewirken Filler?

Filler können Lippen voller machen, Nasen begradigen, Narben glätten und Augenringe mildern. Hals, Dekolleté und Hände lassen sich ebenfalls entknittern und aufpolstern. Im Gesicht werden Hyaluronfiller vor allem verwendet, um Veränderungen auszugleichen, die durchs Altern entstehen: An den Wangen und im Mittelgesicht nehmen Fett und Knochensubstanz ab, wodurch beispielsweise Nasolabialfalten verstärkt werden.

Mit der Zeit rutscht das Gesicht nach unten. Proportionen und Form verändern sich. Wird das verlorengegangene Volumen wieder aufgefüllt, wirkt das wie ein Mini-Lifting. Die Ärztin rät, sich dabei nicht nur auf einzelne Falten oder ein Areal zu fokussieren, sonst sei schnell offensichtlich, dass etwas gemacht wurde.

Ein guter Arzt schaut sich die gesamte Gesichtsanatomie und Mimik des Patienten an. Denn an welcher Stelle und in welcher Hautschicht der Filler gespritzt werden muss, um einen Volumenverlust auszugleichen, ist sehr individuell. Leider passiert es immer wieder, dass zu viel und falsch gespritzt wird und das Gesicht unnatürlich voll wirkt. „Pillow Face”, also, Kopfkissen-Gesicht nennen wir das.

Lässt sich jede Falte aufpolstern?

Jein. Statische Falten, die immer sichtbar sind, kann man gut mit Fillern unterspritzen. Bei Mimikfalten wie der Zornesfalte wird hingegen Botulinumtoxin eingesetzt. Oft kommen auch Kombinationsfalten vor, die mit beiden Methoden behandelt werden.

Gegen Knitterfältchen hilft eine sogenannte Skinbooster-Behandlung: Dabei werden dünnflüssige Filler großflächig und in kleinen Dosen gespritzt – überall da, wo die Haut in der Tiefe durchfeuchtet werden soll. Denn: Hyaluronsäure bindet in großen Mengen Wasser und erhöht so den Gehalt in der Haut. Diese wird praller und damit auch glatter. Tiefe Furchen und verdickte Haut (z. B. um den Mund lassen sich hingegen besser per Laser glätten.

Auch bei einem Gesicht, das schon stark abgesackt ist, bringen Filler nicht viel. Im Gegenteil: Die Haut wird zusätzlich beschwert und noch mehr nach unten gezogen. In diesem Fall kann man das tiefer liegende Gewebe liften, z. B. mit einer Ultraschallbehandlung (Ultherapy).

Wie lange hält das Ergebnis?

Den Effekt von Hyaluronfillern sieht man sofort, das optimale Resultat nach zwei bis vier Wochen, wenn sich die Hyaluronsäure gesetzt hat. Das hält dann etwa sechs bis 18 Monate. So lange dauert es, bis der Hyaluronfiller vom Körper wieder abgebaut ist. Dann muss, wenn man das möchte, nachgespritzt werden.

Aber: Je öfter die Behandlung wiederholt wird, umso länger sind die Resultate meistens sichtbar. Ob man nun früher oder später einen neuen Termin braucht, hängt von weiteren Faktoren ab. In Arealen wie den Lippen, die mehr bewegt werden, ist die Haltbarkeit kürzer als etwa in den Wangen. Dickflüssige Präparate halten länger als dünnflüssige und auch die eingebrachte Menge spielt eine Rolle.

Außerdem beeinflussen Alter und Lifestyle die Haltbarkeit der Filler – Rauchen und intensive Sonnenbäder sind schlecht für die Haut und lassen auch die Hyaluronsäure schneller schwinden. Was eine Behandlung kostet? Für einzelne kleine Areale muss man, abhängig vom Material und Aufwand, mit 300 bis 450 Euro rechnen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Eine Unterspritzung mit Hyaluron ist kein Beauty-Treatment, das man mal eben so ausprobieren sollte.

or allem die Wahl des richtigen Arztes ist entscheidend. Wird unsachgemäß gespritzt oder der Filler nicht vertragen, kann das unschöne Folgen haben: Dann kann es zu Komplikationen wie akuten Infektionen und Abszessen komme.

Wird versehentlich in eine Arterie gespritzt, droht ein Gefäßverschluss. Schlimmstenfalls stirbt Gewebe ab oder droht Erblindung. Solche Komplikationen sind zum Glück äußerst selten und gut behandelbar, wenn der Arzt sie schnell erkennt und weiß, was zu tun ist. Mittels einer großflächigen, sofortigen Injektion des Enzyms Hylase versucht man, den verstopfenden Filler aufzulösen und die Durchblutung im betroffenen Bereich zu steigern.

Auch Überkorrekturen lassen sich mit Hylase rückgängig machen. Meistens treten nach einer Hyaluron-Spritze aber nur geringe Nebenwirkungen auf, z.B. leichte Rötungen und Schwellungen, blaue Flecken sowie Druckgefühl. In der Regel verschwinden diese nach einigen Tagen von allein. Kleine Unregelmäßigkeiten bekommt der Arzt gut durch eine Massage weg.

Tipps für die Arztsuche

  • Achten Sie auf Titel und Qualifikation: Fachärzte für Dermatologie, für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie sind Spezialisten für die Haut und die Anatomie des Gesichtes.
  • Im Internet findet man zu vielen Ärzten/ Arztpraxen Bewertungen (z. B. über jameda.de). Als erster Anhaltspunkt kann das hilfreich sein. Hören Sie aber zusätzlich auf persönliche Empfehlungen.
  • Beobachten und beurteilen Sie, ob sich der Arzt ausreichend Zeit für Beratungsgespräch, Untersuchung und Diagnose nimmt und nicht nur die Vorteile der Behandlung nennt, sondern auch auf Risiken und Kosten genau eingeht.
  • Fragen Sie ruhig nach, wie viel Erfahrung die Ärztin mit Unterspritzungen hat, ob sie sich regelmäßig fortbildet und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand ist.
  • Lassen Sie sich Vorher-Nachher-Bilder anderer Patienten zeigen (Belichtung und Winkel sollten gleich sein, sonst ist das Ergebnis verfälscht).
  • Seien Sie kritisch bei Rabattaktionen und auffallend günstigen Angeboten.

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Marina Salow Profilbild
Auf Beautymadel möchte ich mich als Mutter und Hausfrau verwirklichen. Ich betreibe Beautymadel seit 2021 und schreibe Beiträge zum Themen wie Gesundheit, Ernährung, Beauty, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden.