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4 Arten von Geldanlegerinnen finden Sie sich wieder?

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Vier Typen von Geldanlegerinnen
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Niedrige Zinsen, Immobilienmarkt mit Potenzial und Aktien, die durch die Decke gehen könnten: Diese Finanzfrauen wissen, welche Chancen im Corona-Chaos stecken – für jeden Anlagetyp von vorsichtig bis mutig.

FÜR RISIKOFREUDIGE

An der Börse zu zocken hört sich schwieriger an, als es ist: Die Finanzbloggerin findet, dass auch Frauen sich was trauen sollten. Immerhin ist der Markt gerade so spannend wie nie.

AUF AKTIEN SETZEN

„Nur jede achte Frau in Deutschland besitzt überhaupt Wertpapiere“, weiß Jenny Dressel, die seit drei Jahren mehr als 20.000 Frauen täglich motiviert, ihre Scheu vor Aktien abzulegen. Und selbst die Verbraucher*innenzentralen raten zum Börseninvestment. „Kein Wunder, denn bei Aktien liegt die jährliche Rendite seit 1990 weltweit bei durchschnittlich 5,2 Prozent. Im Vergleich dazu erwirtschaften Immobilien nur 2,4 Prozent und Staatsanleihen 0,8 Prozent“, „, so die Expertin. Der erste und wichtigste Schritt, um loszulegen, ist die Ermittlung des Status quo: „Wie viel Geld haben Sie am Ende aller Abzüge zum Investieren zur Verfügung?“ Ein guter Tipp für noch vorsichtige Einsteiger: Ein Probe Depot eröffnen und erstmal mit Spielgeld das Investieren üben!

BÖRSENCRASH NUTZEN

„Eine Krise ist der beste Zeitpunkt, um günstige Aktien mit guten Zukunftsaussichten zu kaufen“, findet Jenny. “Wenn Sie 2021 etwa ins Gesundheitswesen, in digitale Kommunikation, Softwarelösungen oder in den Online-Handel investieren, können Sie langfristig profitieren und Ihr Geld für sich arbeiten lassen.“ Aber auch auf die Corona-Verlierer kann man setzen: etwa Reiseveranstalter, Luftfahrt und Entertainment. ,,Nutzen Sie die Gunst der Stunde und kaufen Sie nach sorgfältiger Recherche solide und Erfolg versprechende Aktien zu Tiefstpreisen“, sagt sie. Achtung: Wer breit investiert, verkraftet einzelne Verluste besser.

GEDULD HABEN

Ein langer Atem kann belohnt werden: „Die Unternehmen und Aktien brauchen jetzt Zeit, um sich zu erholen. Manchmal ist es aber erstaunlich, wie schnell die Kurse wieder nach oben klettern“, so die Spezialistin. Wem Einzelaktien zu riskant sind, der hat auch die Möglichkeit, in ETFs zu investieren. „Börsengehandelte Fonds setzen sich aus verschiedenen Aktien zusammen und sind für Anfängerinnen super geeignet: Mittels Sparplänen kann man schon ab 25 Euro monatlich loslegen!“, so Jenny.

FÜR TAKTIKER*INNEN

Aktien, ETFs, Finanz-Tools – klug zu investieren bedeutet für die Ex-Bankerin, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Wer sich breit aufstellt, kommt clever durch die Krise.

GLOBAL DENKEN

„Legen Sie Ihr Geld in viele verschiedene Dinge anstatt auf ein paar. Aktien oder Produkte zu wetten“, lautet der Rat Karolina Decker, Gründerin der unabhängigen Fi schlag von finanzplattform FinMarie. Viele Finanzdienstleister und Fin tech-Unternehmen erlauben es nämlich, Geld in verschiedene Märkte und geografische Regionen rund um den Globus anzulegen: Das hilft dabei, das Verlustrisiko niedrig zu halten. „Indem Sie in Anlageprodukte auf der ganzen Welt investieren, gehen Sie sicher, nicht alles zu verlieren, wenn etwa der europäische Markt einbricht. Gleichzeitig heißt es, dass Sie Wachstum in Ihrem Vermögen sehen, wenn die Weltwirtschaft wächst“, sagt sie.

REGELMÄßIG KLEINE SUMMEN INVESTIEREN

Bei Markttiefs gibt’s mehr Aktien zu niedrigeren Preisen. „Teilen Sie Ihre Anlagesumme aber in ein paar Schritte auf und legen Sie sie in regelmäßigen Abständen an. Etwa alle drei bis vier Wochen“, so die Expertin. „Wenn man schrittweise investiert, hat man immer noch Geld übrig, um mehr zu investieren, wenn die Märkte billiger werden – und weniger, wenn sie teurer werden.“

EIN POLSTER ZUM SPIELEN

„Starten Sie erst, wenn Sie einen Cash-Puffer von etwa sechs Monaten für unerwartete Kosten auf dem Konto haben“, erklären Karolina Decker. „Märkte bewegen sich immer auf und ab, weshalb auch Anlagen an Wert verlieren können. Es geht nicht nur darum, wie viel Risiko Sie eingehen wollen, sondern vor allem, wie viel Sie eingehen können!“

FÜR CHANCEN-NUTZER*INNEN

Ein neues Auto oder endlich eine eigene Wohnung? Niedrige Zinsen bieten Möglichkeiten für gute Kredite.

VON ZINSEN PROFITIEREN

Traut man dem Volksmund in Sachen Finanzen, ist es aktuell fast „sinnvoll“, sich zu verschulden. „Abgesehen vom Dispo auf dem Girokonto sind Zinsen gerade überall besonders niedrig. Wer eine Wohnung kaufen oder ein Auto finanzieren will, bekommt tolle Konditionen! Wer spart, schaut in die Röhre“, sagt Jessica, Finanzjournalistin und Mitglied der Comdirect-Plattform.

WOHNUNGSKAUF ABWÄGEN

„Immobilien sind natürlich ein Baustein des Vermögensaufbaus. Wir müssen allerdings zwischen selbst genutzten und vermieteten Immobilien unterscheiden – schon allein steuerlich“, meint Jessica S. Und: „Die aktuelle Zinssituation ist nur bedingt ein Argument, denn die Quadratmeterpreise sind in den letzten Jahren angestiegen.“ Es lohnt sich also, genau durchzurechnen, wie gut die Zinsen wirklich sind und welche Wertsteigerung die Immobilie erreichen kann.

KREDITWÜRDIGKEIT KLÄREN

Dass es wichtig ist, vom Verschulden erst mal die eigene Finanzlage zu checken, rät Katharina, Mitgründerin von Finanz: »Grundsätzlich sollte am eigenen Budget abgelesen werden, wie hoch eine monatliche Kreditrate und damit die zusätzliche Belastung sein darf. Eine Faustregel sagt, 20 Prozent des Nettogehalts fürs Sparen und mögliche Schulden zu nutzen.

FÜR SICHERHEITS-MENSCHEN

In der Krise kann’s knapp werden: Ein guter Sparplan ist wichtig.

NOTGROSCHEN SAMMELN

Vor dem Anlegen erst Zurücklegen! „Der Richtwert sind etwa drei Netto-Monatsgehälter als Not Rücklage“, weiß Simin Heuser, Redakteurin beim unabhängigen Investitionsportal Her Money. Wichtig: Kleinvieh macht Mist! Mit ein paar Euro im Monat kann man mehr erreichen als gedacht. „Betrachten Sie Ihren Fondssparplan als Fixkosten, wie Miete und Versicherungen“, gibt sie als Tipp.

AN DIE ZUKUNFT DENKEN

Das Wichtigste ist, die Existenz Risiken abzusichern. „Informieren Sie sich über Must-have-Versicherungen wie etwa die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dann geht’s daran, die Altersvorsorge, etwa mit Riester, betrieblicher Altersversorgung und vermögenswirksamen Leistungen zu optimieren, denn auf die gesetzliche Rente ist kein Verlass mehr!“ Zuletzt: „Kümmern Sie sich um langfristigen Vermögensaufbau. Mit einem Investmentfonds-Sparplan kann man schon ab 25 Euro monatlich beginnen.“

DAS GELD ZUSAMMENHALTEN

Ausgaben wie Einkäufe, Beauty und Freizeit mal drei Monate notieren“, erklärt Simon. Mit einem Haushaltsbuch oder speziellen Apps kann man easy feststellen, wo noch Sparpotenzial steckt.

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