Gesundheit

Arzneitee: natürliches Mittel für die Gesundheit

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Arzneitee ein natürliches Mittel gegen Beschwerden
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Heilkräuter in Form von Tee sind echte Gesundmacher. Wir kennen die Tricks der Mischungen und Zubereitung.

Bereits Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) sowie Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) hielten große Stücke auf die “Apotheke Natur“. Sie erkannten, dass in Pflanzen und Kräutern wertvolle Inhaltsstoffe stecken, mit denen Beschwerden und Krankheiten gelindert und auskuriert werden können. Heute ist der Gesund-Effekt von vielen Kräutern wissenschaftlich belegt. Neben Kapseln, Tabletten, Salben und Tinkturen aus Heilkräutern schätzt wir die vielseitige Einsatzmöglichkeit, die Arzneitees bieten.

Inhaltsstoffe von Arzneitees

Diese Inhaltsstoffe: sind drin Kräuter enthalten eine Vielzahl an Inhaltsstoffen. Einige kann man direkt am Duft erkennen. Diese ätherischen Öle, die bei Pfeffer- minze oder Lavendel vorkommen, sind flüchtige Substanzen. Wir kennen sie auch aus der Aroma therapie. Während sie in der Natur Insekten anlocken und Schädlinge abwehren, können ätherische Öle bei uns Menschen krampflösend, beruhigend oder schleimlösend wirken. Gerb stoffe aus Salbei sind dagegen stark zusammenziehend. Sie hinterlassen ein trockenes, stumpfes Gefühl auf den Schleimhäuten in Mund und Rachen. Das lässt kleine Entzündungen oder Halsschmerzen schneller ausheilen.

Bitterstoffe aus Löwenzahn oder Enzian bringen die Verdauungssäfte zum Fließen und helfen so Magen und Darm auf die Sprünge. Viele Heilkräuter haben zudem einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie etwa Flavonoide, die gefäßschützend und blutdrucksenkend wirken können. Mineralstoffe und Vitamine, die Stoffwechselvorgänge in Gang halten, runden den heilsamen Mix ab. Gegen viele Beschwerden ist also sprichwörtlich ein Kraut gewachsen. Durch eine geschickte Auswahl kann aus ihnen ein wirksamer Arzneitee zusammengestellt werden. Individuelle Mischungen haben den Vorteil, dass man verschiedene Pflanzen kombinieren kann, die sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen.

Was muss ich bei Arzneitees beachten?

Aber nur mit Beratung: Arzneitees können auch genutzt werden, um schulmedizinische Behandlungen zu ergänzen. Sinnvoll ist das z. B. bei Erkältungen, um Schleim zu lösen, oder bei einem Harnwegsinfekt, um Blase und Nieren gut zu durch spülen. Toll ist auch, dass man mit Arzneitees Nebenwirkungen lindern kann, die durch die Einnahme bestimmter Medikamente entstehen können. Hier ist es aber sehr wichtig, genauer hinzuschauen, welche Präparate mit Arzneitees kombiniert werden.

Denn auch wenn Arzneitees frei verkäuflich sind – wir raten, sich immer individuell beraten zu lassen: Arzneitees sind Zubereitungen, die die Wirksamkeit von Medikamenten verändern können. So kann etwa bei einem Diabetiker die Kombination eines blutzuckersenkenden Arzneimittels mit einem Arzneitee mit derselben Wirkung gefährliche Folgen haben. Gleichzeitig gibt es Kombinationen, die ihre Wirkung gegenseitig aufheben.

Qualitätsunterschiede beachten

Damit die Wirksamkeit auch garantiert ist, werden an Arzneitees hohe Anforderungen gestellt. Das betrifft die Rein heit, aber auch den Wirkstoff gehalt. Darüber hinaus wird geprüft, ob die verwendeten Pflanzenteile durch Schwermetalle, Pestizide oder Mikroorganismen belastet sind. Die strengen Vorgaben sind ein großer Unterschied zu den Lebensmitteltees, die wir in Supermarkt-Regalen finden.

Der Qualitätsunterschied wird auch in der Verarbeitung deutlich: Blätter oder Blüten in Arznei tees sind viel gröber geschnitten. Dadurch bleiben mehr pflanzliche Strukturen erhalten und Inhaltsstoffe wie ätherische Öle geschützt. Das macht sich auch durch einen intensiveren Geschmack bemerkbar. Der stellt meist auch den von selbst gesammelten Kräutern in den Schatten. Solche Genusstees können zwar einen Effekt haben, doch ihr Wirkstoffgehalt ist unbekannt. Wer krank ist und sicher sein will, dass ein bestimmter Effekt eintritt, sollte also auf geprüfte Apotheken Ware zurückgreifen.

Einnahme beachten

Wie bei Medikamenten gilt auch für Arzneitees, dass die Einnahme nur vorübergehend sein sollte. Gerade bei Einzel Arzneikräutertees ist das Arzneitee sollte stets frisch zubereitet und getrunken werden. Schöllkraut oder Huflattich können beispiels weise auf Dauer leberschädigend sein. Bei längerem Be darf sollte man dann lieber auf ein anderes Heilkraut ausweichen. Übrigens spielt auch die Zubereitung eine Rolle. Hier kommt es darauf an, welche Pflanzenteile verwendet werden.

Auf die Zubereitung vom Arzneitee kommt es an

Heißaufguss Blüten, Blätter und Kräuter werden mit frisch abgekochtem Wasser überbrüht. Tipp: Tasse nach dem Aufguss abdecken. An dem Deckel sammelt sich Kondenswasser mit ätherischen Ölen, die man wieder in den Tee tropfen lassen kann.

Kaltauszug Leicht wasserlösliche und hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe gewinnt man, indem man die Pflanzenteile mehrere Stunden in kaltem Wasser ansetzt. Sie werden erst danach erwärmt.

Abkochung Um die Inhaltsstoffe aus festen Pflanzenteilen wie Wurzeln, Hölzern oder Rinden zu gewinnen, werden sie zerkleinert und bis zu 30 Minuten in Wasser gekocht.

Die Mischung der Heilkräuter macht’s

Ein Arzneitee Mix enthält oft bis zu fünf Kräuter, deren Effekte kombiniert werden. Wir haben einige Basis-Heil kräuter aufgeführt, die geschmacklich durch aromatisch süß liche Kräuter ergänzt werden können.

Für Entspannung und Schlaf

Diese Arzneipflanzen sind möglich: Baldrianwurzel, Melisse, Hopfen, Haferkraut, Passionsblume oder Lavendelblüte.

So wirkt es: Die Inhaltsstoffe aus den Pflanzen docken an bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem an und beruhigen.

Für Magen und Darm

Diese Arzneipflanzen sind möglich: Fenchel, Melisse, Schafgarbe, Pfefferminze., Rosmarin sowie Artischocke, Enzian und Wermut.

So wirkt es: Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen und Bitterstoffen bringt die Verdauungssäfte zum Fließen.

Für den Kreislauf, gegen Müdigkeit

Diese Arzneipflanzen sind möglich: Rosmarin, Engelwurz, Schafgarbe, Fenchel, Galgant

So wirkt es: Die Inhaltsstoffe regen den Kreislauf an, wirken durchblutungsfördernd und wärmend.

Für Blase und Niere

Diese Arzneipflanzen sind möglich: Birke, Goldrute, Brennnessel, Schachtelhalm, Liebstöckelwurzel

So wirkt es: Die pflanzlichen Stoffe sind entwässernd und durchspülen die Harnleiter. Sie unterstützen so die Ausscheidung von Krankheitserregern aus dem Körper.

Gegen Husten und Halsweh

Diese Arzneipflanzen sind möglich: Thymian, Spitzwegerich, Eibischwurzel, Schlüsselblume, Isländisches Moos.

So wirkt es: Die Stoffe wirken entzündungshemmend, beruhigen den Hals, lösen festsitzenden Schleim und lindern Erkältungssymptome.

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