4 Tipps für ein gutes Bauchgefühl im Sommer

Bestes Sommerwetter macht Laune. Bleibt es aber über längere Zeit richtig heiß, verursacht das bei vielen von uns Magengrummeln. Wir erklären die Ursachen und geben Tipps für ein gutes Bauchgefühl im Sommer.

Magen-Darm-Erkrankungen sind im Sommer keine Seltenheit. Das Unispital Zürich hat sogar herausgefunden, dass sich Erbrechen, Durchfall & Co. sieben Tage nach einer Hitzewelle besonders häufen und vermehrt Menschen mit solchen Beschwerden ins Krankenhaus kommen. Unverträglichkeiten können immer vorkommen. Doch für den Anstieg von Hitze-Unwohlsein vielerlei Art gibt es noch andere Gründe. Wer Bescheid weiß, kann besser damit umgehen und den Sommer ohne Magen-Rumoren genießen.

Zu viel Hitze

Außentemperaturen von 20 Grad plus mögen nicht nur wir. Auch Bakterien fühlen sich dann pudel wohl und vermehren sich im feuchtwarmen Klima besonders gut. Im Sommer sollten wir daher noch genauer darauf achten, frische Lebensmittel immer kühl zu lagern. Verlegen wir das Essen nach draußen auf Balkon oder Terrasse, kommt die Kühlung aber oft zu kurz – optimale Bedingungen für Mikroorganismen wie Escherichia coli, Salmonellen oder Campylobacter.

Diese Bakterien können Infekte mit Erbrechen, schweren Durchfällen, Fieber und sogar Nervenschädigungen nach sich ziehen. Besonders gefährdet durch ihre Besiedlung sind rohes Geflügel, Rind- und Schweinefleisch, Milchprodukte, Eier sowie ungewaschene Lebensmittel wie Obst, Salat oder Sprossen. Kühlen, gutes Durchgaren und gründliches Waschen der Lebensmittel, Hände und Arbeitsgeräte sollten im Som mer daher besonders penibel eingehalten werden.

Und: So schön der Sonnenschein auch ist – über längere Zeit stresst die Hitze unseren Körper. Vor allem das Herz Kreislauf-System ist im Dauereinsatz, um überschüssige Wärme loszuwerden. Dazu wird Blut aus der Körpermitte verstärkt an die Hautoberfläche geleitet. Dieses Blut fehlt nun aber für die Verdauung – auch das kann Magenbeschwerden auslösen. Zudem setzt der Stress dem Immunsystem zu, was uns anfälliger für Infekte macht.

Zu viel Kälte

Ein eisgekühltes Getränk bei 30 Grad im Schatten – klingt verlockend! Doch damit erreichen wir allenfalls einen kurzen Erfrischungskick. Denn: Alle kalten Getränke und Speisen müssen von Magen und Darm auf Körpertemperatur erwärmt werden. Erst dann können sie auch verdaut werden. Für unseren Körper heißt Eiskaltes also zusätzliche Arbeit und Stress, der auf den Magen schlagen kann oder Durchfall verursacht.

Zu viel Würze

Sommerzeit ist Grillzeit. Herzhafte Würstchen, mariniertes Fleisch und scharfe Soßen landen jetzt oft und spät am Abend auf dem Teller. Diesen Cocktail aus verschiedenen Gewürzen, Fett und dem ein oder anderen Glas Alkohol vertragen aber einige Mägen nicht. Sie reagieren mit Völlegefühl und Sodbrennen und bescheren schlaflose Nächte. Besser: Mageres Geflügelfleisch (aber gut durchgaren!), Gemüsesticks und Saftschorlen.

Zu viel Sonne

Übelkeit, Krämpfe, Durchfall oder Erbrechen werden nicht nur durch Keime oder falsches Essen hervorgerufen. Ein Sonnenstich zeigt neben Kopfschmerz und Schwindel ähnliche Symptome. Die intensive Sonneneinstrahlung reizt die Hirnhäute und führt zu den Beschwerden. Sofort hilfe: Raus aus der Sonne, in einem kühlen Raum hinlegen, kalte Umschläge machen und viel trinken!

Unvertraglichkeiten

Intoleranzen

Was Fruchtzucker & Co. anrichten können Der eine verträgt die Laktose im Salatdressing nicht, der andere bekommt vom Eiweiß in der Pastasoße Magenkrämpfe und der Nächste Blähungen vom Obstsalat. Freunde zum Essen einzuladen erfordert Flexibilität! Denn jeder vierte Deutsche, so schätzen Forscher, leidet unter einer Lebensmittelunverträglichkeit, Tendenz steigend. Ursache ist die Globalisierung auf unserem Teller, vermuten Experten. Auch ein Zuviel an Antibiotika und ein Zuwenig an Ballaststoffen könnten für viele Unverträglichkeiten verantwortlich sein, weil beides die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert.

Gluten

Die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ist keine klassische Unverträglichkeit, sondern eine Entzündung der Darmschleimhaut, die durch das „Klebereiweiß“ Gluten hervorgerufen wird. Dabei erkennt das Immunsystem die Proteine als Feind und löst eine Reaktion in der Schleimhaut aus. Die Folge sind Durchfall, Magen- und Darmkrämpfe. Gluten kommt in Weizen und damit z. B. in Nudeln und Backwaren vor.

Histamin

Störung beim Abbau Histamin wird in der Regel durch Enzyme abgebaut. Bei einer Unverträglichkeit ist dieser Abbau gestört, sodass sich zu viel Histamin im Körper ansammelt. Herzrhythmusstörungen, Kopfweh, Magen-Darm-Beschwerden oder Hautausschlag sind typisch. Histamin steckt z. B. in gereiftem Käse, in Rotwein, Wurst sowie in Essig.

Fruktose

Fehlleitung Ein Fehler im Tran portsystem ist Ursache einer Fruchtzuckerunverträglichkeit. Während Fruk tose normalerweise aus dem Dünndarm in den Organismus geschleust wird, wan dern hier die Zuckermoleküle unverdaut in den Dickdarm und lösen Blähungen, Krämpfe oder Durchfall aus. Fruchtzucker steckt vor allem in Obst, aber auch in Honig, Softdrinks, Light Produkten, Süßigkeiten und Konserven. Auch Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Fruktose. Bananen, Aprikosen und Beerenfrüchte gelten als verträglicher.

Das beruhigt den Magen

Unser Magen hat ganz schön zu tun: Im Jahr kneten seine Muskeln rund eine Tonne Nahrung zu Brei. Zudem stellt die Schleimhaut jeden Tag etwa 3 Liter Magensäure her, um die Nahrung zu verdauen und Keime abzutöten. Schlagen wir über die Stränge oder hat uns ein Darm- Infekt erwischt, braucht er zur Abwechslung mal unsere Hilfe. Einige Tage Schon kost mit Haferbrei, Reis, leicht verdaulichem Gemüse wie Karotten, Fenchel oder Zucchini, dazu entzündungshemmende Kräutertees aus Kamille beruhigen gereizte Schleimhäute schnell wieder. Aber: Klingen Beschwerden wie Erbrechen und/ oder Durchfall nicht nach 3 Tagen ab, unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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