Gesundheit

Schimmel auf Lebensmitteln oder daheim – macht Schimmel krank?

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Schimmel auf Lebensmitteln oder daheim - macht Schimmel krank?
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Ob in Lebensmitteln oder der Wohnung: Wir verraten, wie gefährlich der graugrüne Pilz wirklich ist – und wie wir ihn effektiv in Schach halten.

Was ist Schimmel?

Schimmel ist ein Pilz, der in der Natur sogar außerordentlich wichtig ist: Er räumt unsere Umwelt auf, indem er organische Materialien zersetzt und sie wieder dem Ökokreislauf zuführt.

Wie gefährlich ist die Bio-Tonne?

In ihr stecken unzählige Schimmelsporen, die beim Öffnen aufgewirbelt werden. Am besten hält man dabei die Luft an. Immungeschwächte sollten das immer tun.

Wie viel Belastung ist okay?

Hier macht ganz klar die Dosis das Gift. Wer einmal etwas Verschimmeltes isst, merkt allenfalls ein Bauch grummeln. Wer über Jahrzehnte aber häufig solche Lebensmittel konsumiert, kann Leberkrebs entwickeln. Die Leber sorgt nämlich dafür, dass die Schimmelgifte wieder aus dem Körper gelangen, was sie aber selbst belastet.

Davon ausgenommen ist natürlich der Edelschimmel in bestimmten Käsesorten – diese Arten bilden keine Toxine. Will man erkennen, ob etwa Blau schimmelkäse schlecht geworden ist, orientiert man sich also am besten am Geruch: Er wird stechend. Auch eine schmierige Konsistenz kann ein Hinweis sein.

Die beste Vorsorge gegen Schimmel daheim?

Das gute alte Stoßlüften ist das beste Mittel, um Schimmel vorzubeugen: Perfekt wäre es, bis zu viermal täglich zehn Minuten lang alle Fenster aufreißen. Zu sehr auskühlen sollte die Wohnung aber nicht, die Temperatur sollte im Idealfall um die 20 Grad liegen – Schimmel liebt es wie alle Pilze warm und feucht. Zudem ist es sam, im Bad, wo es besonders häufig schimmelt, nach dem Duschen die Fugen abzuziehen und/oder abzutrocknen und das nasse Handtuch auf dem Balkon oder in einem anderen Raum zum Trocknen aufzuhängen.

Auch sollte man an den Außenwänden von älteren, schlecht gedämmten Häusern möglichst keine großen Möbel wie Schränke oder Bücherregale aufstellen – oder sie zumindest circa fünf Zentimeter von der Wand wegrücken, damit die Luft zirkulieren kann. Sonst sammelt sich zur Freude des Schimmels dahinter schnell Feuchtigkeit an.

Kann man Schimmel schmecken?

Ja! Wenn etwas erdig anmutet, zersetzt der Pilz das Lebensmittel bereits zu Erde. Der Geschmack tritt oft schon auf, bevor man den Schimmel äußerlich erkennt. Bei Nüs sen und Pistazien kann man den Schimmel sogar nie sehen, sie besitzen nur ein bitteres oder ranziges Aroma. Schimmlige Nüsse sollte man direkt ausspucken und den Mund ausspülen. Sie enthalten sehr viele Toxine.

Wie bewahrt man Lebensmittel richtig auf?

Am besten achtet man beim Einkaufen darauf, dass man kein Obst und Gemüse mit Druckstellen erwischt – hier bildet sich besonders schnell Schimmel. Empfindliche Beerenfrüchte z. B. sind im Gemüsefach des Kühlschranks deutlich haltbarer als in einer Schale; bei Zitrusfrüchten, Bananen und Tomaten ist es umgekehrt. Um Sporen zu entfernen, Bio-Zitronen nach dem Kauf abwaschen und gut trocknen. Bei Brot ist es oft sinnvoll, die Hälfte einzufrieren. Und: Entfernen sie die Krumen im Brotkasten mindestens einmal die Woche – auch sie schimmeln schnell.

Wie gefährlich ist Schimmel im Haus?

Wer Schimmel in der Wohnung entdeckt, muss nicht sofort in Panik ausbrechen: Gesunden Menschen passiert so schnell nichts. Schimmel kann Allergien verschlimmern oder sogar auslösen. Wer beim Betreten der Wohnung immer hustet und schnupft oder sich oft ausgelaugt fühlt, sollte seine Wände genau begutachten.

Bedenklich ist Schimmel für Menschen mit allergischer Veranlagung, gefährlich sogar für Immungeschwächte. Bei ihnen können sich die Schimmelpilze in der Lunge festsetzen und zu einer sogenannten Aspergillose führen – eine oft schwer behandelbare Infektion.

Muss ich die ganze Schale Erdbeeren wegwerfen, wenn eine schimmlig ist?

Normalerweise reicht es, wenn man die schimmlige Beere aussortiert und den Rest gut abwäscht. Eine intakte Fruchthaut hält den Schimmel nämlich ab, die Sporen können nur in angeditschte Beeren eindringen. Wenn der Schimmel allerdings schon Haare bildet, en wir zum Wegwerfen der ganzen Schale. Bei anderen Lebensmitteln gilt die Regel: Je feuchter das Produkt ist, desto schneller durchziehen die Flechten das Lebensmittel.

Der sichtbare Schimmel ist nämlich immer nur die Spitze des Eisbergs. Schimmlige Milchprodukte, Säfte, wasserreiches Obst und Gemüsesorten, Marmeladen oder Soßen sollte man deshalb besser komplett entsorgen. Das Gleiche gilt für Brot, das aufgrund seiner Struktur die Ausbreitung des Pilzes fördert. Eine Ausnahme bilden Hartkäse, luftgetrocknete Salami bzw. Schinken. Wenn dort der Schimmel nur an einer kleinen, oberflächlichen Stelle sitzt, darf man den Bereich großzügig abschneiden.

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