Wie lange sind Gutscheine gültig?

Gutscheine sind beliebte Geschenke. Doch damit sie auch wirklich Freude auslösen, gilt es, einiges zu beachten.

Was ist mit Corona-Gutscheinen?

Gemeint sind damit Gutscheine, die ausgestellt wurden, weil eine Veranstaltung oder ein Angebot während des Corona-Lockdowns abgesagt werden musste – etwa Konzerte oder Theater. Entscheidend ist in diesem Fall das Kaufdatum. Geschah dies vor dem 8. März 2020 (erster Lockdown) und wurde die Veranstaltung noch nicht nachgeholt, kann die Barauszahlung verlangt werden.

Wie lange sind Gutscheine gültig?

Grundsätzlich gilt für Gutscheine die 3-Jahres-Frist. Sie beginnt immer am Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Ein Gutschein, der etwa für Weihnachten 2021 gekauft wurde, kann bis Ende Dezember 2024 eingelöst werden. Doch Achtung: Ein Gutschein zum Beispiel für eine Stadtrundfahrt oder eine Kosmetik- oder Massagebehandlung kann auch kürzer befristet sein. Meist steht das Ablaufdatum dann auf dem Gutschein. Ist dies nicht der Fall, ist er drei Jahre gültig.

Was, wenn die Frist abgelaufen ist?

Gutschein in der Schublade vergessen und die Frist ist bereits abgelaufen? Die Verbraucherzentrale rät in solchen Fällen, sich mit dem Händler bzw. Anbieter in Verbindung zu setzen und auf Kulanz zu hoffen. Viele sind bereit, Gutscheine noch einzulösen, obwohl sie dazu nicht mehr verpflichtet wären.

Kann ich Gutscheine stückweise einlösen?

Solche Teileinlösungen sind gesetzlich nicht geregelt. Aber auch hier kann es sich lohnen, den Händler einfach zu fragen, ob er dazu bereit ist. Der Restbetrag wird dann auf dem alten Gutschein vermerkt oder in Form einer neuen Gutschrift ausgestellt. Aber die schrittweise Einlösung hat Grenzen – sie muss dem Händler zumutbar sein und darf für die Firma nicht zu Verlusten führen. Klar ist: Einen Anspruch auf Auszahlung der Restsumme besteht nicht. Auch die gesamte, auf dem Gutschein beschriebene Summe kann man sich nicht auszahlen lassen.

Was geschieht bei der Insolvenz des Anbieters?

Die Antwort ist ernüchternd: Hat ein Händler/ein Betrieb Insolvenz angemeldet, ist der Gutschein meist nicht mehr einlösbar. Dann wird der Gutscheinwert zur Insolvenzforderung, der Gutschein-Inhaber wird zum Gläubiger – wie im Übrigen alle, die eine Forderung gegenüber dem Händler bzw. Betrieb haben: Lieferanten, Dienstleister, Banken oder auch die Mitarbeiter. Ob Gutschein-Kunden dann etwas erhalten, steht in den Sternen. Wurde das Insolvenzverfahren abgelehnt und geht der Betrieb tatsächlich endgültig pleite, sieht’s noch düsterer aus.

Darf ich sie in allen Filialen einlösen?

Eingelöst werden kann ein Gutschein im Normalfall nur im Geschäft oder bei dem Anbieter, das/der den Gutschein ausgestellt hat. Ausnahmen sind Filialketten. Hier können Gutscheine auch in anderen Filialen eingelöst werden – selbst wenn sich diese in einer anderen Stadt befinden.

Sind Gutscheine übertragbar?

Es ist juristisch umstritten, ob Gutscheine übertragbar sind bzw. ob nur ein im Gutschein namentlich genannter Name ihn auch einlösen darf. „Wenn Gutscheine mit namentlicher Nennung gekauft wurden, sind sie an diesen Namen gebunden“, so die Verbraucherzentrale. Das gelte besonders für Sport- und Musikveranstaltungen, wodurch der Schwarzmarkthandel verhindert werden soll. Andere Gutscheine sind aber übertragbar. Denn den meisten Geschäften ist es egal, mit wem sie Umsatz machen.

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