Zahnpflege

Alles gesund im Mund! So geht richtige Zahnpflege

Zahnpasta auftragen, losputzen, ausspülen – fertig! Diese gängige Zahnpflege-Routine hinterfragt kaum jemand. Doch mit Putzen allein ist es leider nicht immer getan.

Der tägliche Griff zur Zahn bürste ist selbstverständlich. Schließlich wollen wir unsere Zähne vor Karies schützen. Doch für ein gesundes Gebiss sollte man auf die gesamte Mundgesundheit achten. Das fängt beim Putzen an – hört damit aber längst nicht auf.

Die Mundflora

In unserer Mundhöhle siedeln viele Millionen Bakterien. Einige davon helfen uns. Sie wehren Infektionen ab, spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung und halten schädliche Keime in Schach. Und so lange die Balance stimmt, können sich „schlechte“ Bakterien, die z. B. Karies verursachen, nicht vermehren.

Durch falsche Mundhygiene kippt das Verhältnis. Auch ein geschwächtes Immunsystem oder schlechte Ernährung setzen der Mundflora zu. Mundgeruch kann ein Anzeichen für eine gestörte Balance sein. Spülungen mit Kamille, Thymian oder Salbei können die Mundflora stärken.

Einen Teelöffel getrocknetes Kraut (z. B. Apotheke) in einen Becher geben, mit Wasser brühen und 15 Minuten ziehen lassen. Ab seihen und mit dem Sud einmal täglich den Mund spülen. Doch zudem kommt es natürlich auch auf die richtige Zahnhygiene an.

Die Putztechnik

Die Hälfte von uns putzt keine zwei Minuten die Zähne. Dabei ist die Dauer des Bürstens entscheidend für die Reinigung. Je länger wir putzen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir jeden Zahn erwischen.

Zudem können in dieser Zeit die Bestandteile der Zahnpasta, wie härtendes Fluorid, besser einwirken. Zahnärzte vom University College London behaupten übrigens, dass es die perfekte Putztechnik nicht gibt. In einer Studie verglichen sie Empfehlungen aus zehn verschiedenen Ländern. Ihr Fazit: Keine ist besser als die andere. Das heißt aber nicht, dass man wild schrubben soll. Sanftes, aber gründliches Hin- und Herbürsten reicht völlig aus. Das schont das Zahnfleisch und den Zahnschmelz. Denn bei zu viel Druck kann es leicht zu Verletzungen des Zahnfleisches kommen. Und langfristig schrubben wir uns regelrecht den Zahnschmelz weg, sodass die Zahnhälse freiliegen. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern erhöht auch das Risiko für Karies.

Das Zubehör

Bei der Frage ob die Handbürste oder die elektrische Variante besser putzt, gibt es verschiedene Meinungen. Viele Zahnärzte raten auch zum Bürsten mit der Hand, wenn das Putzergebnis stimmt. Elektrische Bürsten haben den Vorteil, dass sie die Zeit angeben und meist den Druck kontrollieren. Sie eignen sich daher auch für „Putzfaule“, oder um Kin der zu motivieren. Bei engen Zahnzwischenräumen und vor allem bei Zahnersatz empfiehlt sich zusätzlich die regelmäßige Anwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten. Mit Kindern sollte diese Prozedur aber gemeinsam geübt werden, damit keine Verletzungen an der Zahnfleischpapille zwischen den Zähnen entstehen. Hilfreich sind hier Zahnseide-Sticks oder Halter, die eine Anwendung deutlich einfacher machen.

Die Vorsorge

Halbjährliche: Vorsorgeuntersuchungen sollten einen festen Platz im Kalender haben, genauso wie regelmäßige professionelle Zahnreinigungen. Erwachsene müssen die Kosten selbst tragen. Diese Investition lohnt sich aber. Bei Kindern werden sie vom 6. bis zum 18. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen.

Tipps für die Zahnpflege

Aufs Zahnfleisch achten

Eine gute Mundhygiene mindert nicht nur das Risiko für Karies, sondern verhindert auch Parodontitis. Diese chronische Erkrankung des Zahnbettes wird durch Bakterien ausgelöst. Erste Anzeichen sind geschwollenes Zahnfleisch und Zahnfleischbluten. Parodontitis kann zu Zahnfleischschwund bzw. Zahnausfall führen. Und wenn Bakterien über das Zahnfleisch in den Körper gelangen, begünstigt das sogar die Entwicklung von Herzerkrankungen und Diabetes. Eine aktuelle Studie der Universitätsmedizin belegte kürzlich sogar einen Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit.

Fluorid macht die Zähne stark

Stärken können wir die Zähne mit Fluorid. Er fördert die Remineralisierung des Zahnschmelzes und schützt ihn vor Säureattacken. Für Erwachsene wird Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 1000 bis 1450 ppm empfohlen, für Kinder mit 500 ppm. Tipp: Wöchentlich ein konzentriertes Fluoridgel auftragen.

Zahnschmelz schützen

Der Zahnschmelz ist zwar die härteste Substanz in unserem Körper. Doch Säuren, die nach dem Essen durch Mundbakterien entstehen, weichen ihn auf. Putzen wir dann die Zähne, greifen wir den Schmelz an. Daher: Nach dem Essen etwa 30 Minuten mit dem Putzen warten.

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