Wohlfühlen

In der goldene Jahreszeit aufblühen

Rausgehen und sich vom Wind den Kopf frei pusten lassen oder daheim Gemütlichkeit zelebrieren: Der Herbst ist die Chance, sich selbst wieder näherzukommen. 26 Tipps zum Runterschalten und Spaß haben.

Wir stellen uns vor: An einem Sonntagmorgen im Oktober stehen wir morgens so um halb zehn mit einer dampfenden Tasse Tee barfuß auf einem mit herbstlich frischem Tau überzogenen Rasen. Es hängt noch eine sommerliche Resthitze zwischen Himmel und Erde. Wir atmen die kühl-warme Luft ein, nehmen einen Schluck Tee. Die Sonne hat sich entschlossen gegen den Frühnebel durchgesetzt, der Himmel strahlt in einem irren Blau, und man möchte vor Glück die ganze Welt umarmen. Am Abend in der „,Tagesschau“ erfährt man dann, das Granaten Wetter würde wegen Azorenhoch noch die ganze Woche anhalten. Schön, wenn man sich da dank cleverem Brückentag-Handling rechtzeitig eine „,9 für 4″-Tage Ferienwoche reserviert hat.

Schnelle Kürbissuppe

Pssst. Hier verraten wir Ihnen das Rezept für die beste Kürbissuppe der Welt (4 Personen): 400 g Kürbis und Möhren (gewürfelt) mit fein gehacktem Ingwer (1 EL) in Butter (2 EL) dünsten. 800 ml Gemüsebrühe dazu. 15 Min. köcheln. 3 Orangen schälen und die Filets zwischen den weißen Trennhäuten herausschneiden (Saft auffangen). Suppe vom Herd nehmen. 100 g Sahne, 150 ml Kokos milch und Orangensaft zugeben. Fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker, Kreuzkümmel und Koriander abschmecken. Mit Orangenfilets anrichten. Auslöffeln!

Gesellschaftsspiele im Herbs

Jetzt, wo Biergarten und Freibad als Ausgehoptionen ausfallen, beginnt die Zeit der Gesellschaftsspiele. Die, so sagen Psychologen, steigern Kooperationsbereitschaft, Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten. Spiel des Jahres 2011 war „Qwirkle“ (30 Euro). Dabei geht es darum, eine Reihe von Steinen in der gleichen Farbe oder in gleicher Form anzulegen. Was für Strategen und ideal, um das abstrakte Denken und die analytischen Talente zu fördern.

Im Herbst ändert sich der Biorhythmus

Biorhythmus-technisch geht es bei uns ab 30. Oktober endlich wieder bergauf. Denn dann wird an der Uhr gedreht und die natürliche Ordnung wiederhergestellt. Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird u. a. auch vom Beginn der Dunkelheit gesteuert. Bei der Zeitumstellung im Frühjahr um eine Stunde nach vorn stimmt dieser nicht mehr mit unserer inneren Uhr überein – und daran will sich unser Körper nicht gewöhnen. Das fand jetzt ein deutsch-niederländisches Forscherteam heraus.

Mode im Herbst

Wenn der Sommer die große textile Freiheit ist, dann ist der Herbst die Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten. Bluse, Blazer, Hose, Rock, Mantel, Schal: Alles geht – oft sogar übereinander. Schließlich lautet das Zauberwort der Fashion Saison „Layering“. Und mal ehrlich: Dass jetzt nicht mehr Gott und die Welt in verschwitzten T-Shirts flip-floppend durch die Gegend schlurft, ist doch ein Segen. Finden Sie nicht?

Die Grippe im Herbst

Es ist doch so: Das erste herbstliche Grippe-Virus ist im Prinzip auskuriert, ein Tag Rekonvaleszenz mehr wäre aber wichtig, allein schon wegen der nicht restlos geklärten Ansteckungsfrage, doch: die Disziplin, die Disziplin. Entscheidungshilfe gefällig? Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit. Damals waren solche Restgrippe Tage die größten: Man genoss seine freie Zeit, hörte „TKKG“-Kassetten, n las ein Buch nach dem anderen, futterte den Kühlschrank leer und fühlte sich großartig. Funktioniert heute noch genauso gut. Und Ihre Kollegen? Die sind dankbar, da virenfrei.

Herbst ist der Actionheld

Der sturmerprobte Herbst ist der Actionheld unter den Jahreszeiten. Auch oder gerade weil V-förmige Kampfgeschwader durch die Luft peitschen. Vogelzug sagt der Fachmann dazu. Wer endlich mal qualifiziert zwischen „Langstreckenziehern“ (Kuckuck, Mauer segler) und „Kurz- bis Mittelstreckenziehern“ (Kranich, Kormoran) unterscheiden möchte, kann live dabei sein. Der Naturschutzbund (NABU) organisiert am 1. und 2. Oktober bundesweit Exkursionen.

Romantik im Herbst

Beim Spaziergang die pure Romantik erleben? Da schicken wir Sie mal in den Naturpark Haßberge. Dort, in Unterfranken, gibt es verschlungene Waldwege wie den sagenumwobenen Hexenstieg und 15 Burgen und 26 Schlösser. Toll, wenn zum Abend hin Nebel aufzieht und einen der Schatz ganz fest in den Arm nimmt. Weil, ein bisschen spooky ist es schon.

Herbst Fotos

Knipsen, drucken, rahmen: Foto Fans schwören auf das warme, tiefe Licht im Oktober. Veredelt jedes Bild. Falls Sie nach einem Weihnachtsgeschenk für die Großeltern suchen, bitten Sie Ihren Liebsten (und, falls vorhanden, die Kinder) zum Shooting ins Freie.

Äpfel ernten

Die Apfelernte-Aussichten sind dank des verregneten Sommers rosig. 50 Prozent Steigerung gegenüber 2010. Wer Früchte vom eigenen Baum möchte, aber gartenlos lebt, kann eine Patenschaft übernehmen (z. B. unter hoffmann-obstbaumschule.de, Jahresbeitrag 95,50 Euro). Falls man nicht persönlich zum Pflücken erscheinen mag, werden einem 20 Kilo Äpfel, 5 Liter Apfelsaft und 1 Glas Apfel-Gelee kostenfrei zugeschickt.

Immunsystem mit Apfel-Power stärken

Das Immunsystem mit Apfelpower aufrüsten, ist gut. Fast noch besser wäre ein Saunabesuch. Die Wärme aktiviert die Produktion des Eiweißstoffs Interferon, der bei Abwehr von Infekten die Hauptrolle spielt. Außerdem werden beim Saunieren sogenannte Beta-Endorphine freigesetzt. Diese Glückshormone wirken aufgrund ihrer morphin ähnlichen Eigenschaften schmerzstillend und euphorisierend.

Spaß mit Laub

Laub ist ja so eine Sache: Einerseits tückisch (da Rutschgefahr), andererseits ermöglicht es einem einen wunderbaren Kurztrip in die Kindheit, und zwar so: Blätter zu einem ein Meter hohen Haufen zusammenschieben, zehn Meter Anlauf nehmen, gucken, ob keiner guckt, springen. Dabei einen lauten Glücksschrei ausstoßen. Anschließend Blätter aus den Haaren wuseln, noch mal gucken, ob wirklich keiner geguckt hat, und breit grinsen. Gerade kein Laub in Sichtweite, dafür aber Regen? Dann springen Sie mit Gummistiefeln durch Pfützen. Wirkt genauso.

Im Herbst den Himmel beobachten

Der Himmel hängt im Herbst voller Fluggeräte. Ballons, Vögel, die noch schnell Richtung Süden wollen, und natürlich Drachen. Die gelten in Deutschland übrigens als Luftfahrzeuge und dürfen nur mit maximal 100 Meter Leinenlänge geflogen werden. Wir raten zum „Yukon R2F“ (über Amazon), mit „praktisch unzerstörbaren Stäben aus Kohlefaser und Fiberglas“. Liegt sogar bei kräftigen Böen stabil im Wind und ist daher auch für Anfänger bestens geeignet.

Drachen steigen lassen im Herbst

Sie sind eher ein Nostalgiker und wollen Ihren Drachen unbedingt selbst basteln? Dann schauen Sie mal unter baumarkt.de, da gibt es verständliche Anleitungen. Großartiges Gefühl, wenn das Teil fertig ist und nach einigen Fehlstarts endlich am Himmel zappelt. Sicher wie das Amen in der Kirche allerdings auch, dass der Selbst gezimmerte bei der ersten Windböe in die nächste Kastanie rauscht und in 20 Meter Höhe unerreichbar und irreparabel in Fetzen hängt. Deshalb lieber gleich ein Ersatzmodell bauen.

Urlaub im Herbst

Im Oktober auf Sylt barfuß an leeren Stränden durch die schäumende Nordsee-Gischt zu laufen, macht nicht nur Kopf und Seele frei, es ersetzt auch noch ungefähr zehn Kneipp-Kuren, und die Sauerstoff-Dröhnung hält locker den ganzen Winter über. Muss übrigens nicht teuer sein. Im Osten der Insel kann man in Orten mit so betörend friesischen Namen wie Morsum und Archsum preiswert Urlaub machen wie im Schwarzwald. Geheimtipp: Im Herbst gibt’s dort die weltbesten Austern (Sylter Royal) für schlappe 1,50 Euro das Stück.

Heiße Getränke im Herbst

Jetzt wird es Zeit für die leckerste Tasse heiße Schokolade ever: 60 Gramm Schokospäne in einen Becher geben, ungefähr die gleiche Menge aufgeschäumte heiße Milch darüber gießen und umrühren, bis sich eine schöne dickflüssige Emulsion ergibt. Dann den Becher mit restlicher Milch auffüllen, bis sich beides komplett vermischt hat. Schmeckt nach Geborgenheit.

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