Haare selber färben – alles was du wissen musst

Der letzte Friseurbesuch war teuer und die Farbe ist schon wieder deutlich rausgewachsen? Haare selber färben ist die Lösung! Es ist günstig und mit den neuen Produkten verblüffend einfach. Besonders beliebt sind Haartönungen die für kurze Zeit einen schönen Effekt haben.

Geschichte von gefärbten Haaren

Die Sehnsucht nach einer schönen Haarfarbe begleitet die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Bereits im alten Ägypten färbte man die Haare, zum Beispiel mit Henna, um zu rot-bräunlichen und kupferfarbenen Haaren zu kommen, oder mit Indigo, um einen bläulichen Schimmer in schwarzes Haar zu zaubern.

Archäologen fanden Rückstände von Haarfärbemitteln an mumifizierten ägyptischen Frauen, die vor über 5000 Jahren lebten. Im alten Griechenland war Blond modern, man blondierte sich die Haare dort mit Kamille, Zitronensaft oder einer speziellen Lösung aus Ziegenöl und Buchenblättern. Auch die Germanen färbten sich die Haare, braun mit Zwiebelschalen und Kastanienblättern oder schwarz mit Nussschalen. Und im 16. Jahrhundert war “Venezianisches Blond” beliebt in ganz Europa, man brauchte zum Färben Honig, Alaunstein und Schwefel.

Beliebteste Haarfarben

Die Freude am Haarefärben ist ungebrochen, laut Statistik färben sich heute stolze 73 Prozent der Frauen die Haare und drei Prozent der Männer. Im Durchschnitt wird fünfmal im Jahr nachgefärbt, und Blond ist nach wie vor am beliebtesten, dicht gefolgt von Braun, Rot und Schwarz. 

Dazu kommen immer wieder Trendfarben wie Lila oder Grau. Etwa die Hälfte färbt ausschließlich beim Friseur, weil sich das sicherer anfühlt, aber es ist auch jedes Mal kostspielig. Zu Hause färben ist praktisch, und nebenbei ein schönes Wellness-Ritual.

Haare selber färben zu Hause

Vorbehandlung vor dem färben

Damit das Haar die Farbe gleichmäßig aufnehmen kann, sollten Sie es in den Tagen vor dem Färben gründlich pflegen, z.B. mit einer Haarkur. Je stärker die Farbe, desto wichtiger ist die Pflege. 

Bei Blondierungen kurt man das Haar daher sogar ein paar Wochen lang regelmäßig. Gefärbt wird nie feuchtes oder frisch gewaschenes Haar, sondern immer trockenes und ungewaschenes, denn der Talgfilm schützt die Kopfhaut.

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Anleitung zum färben

Nun geht es los. Tragen Sie auf die Haut am Haaransatz eine Fettcreme auf, das schützt vor Flecken auf der Haut. Benutzen Sie besonders bei Colorationen Handschuhe und schützen Sie Ihre Kleidung – die Flecken der Haarfarbe sind hartnäckig.

Die Haare am Hinterkopf sind meist etwas dunkler. Wer aufhellen will, beginnt daher am Hinterkopf, wer dunkler färben will, beginnt vorne am Kopf. Verwenden Sie einen Haarfärbepinsel (manchmal muss man den extra kaufen) und arbeiten Sie zügig Strähne um Strähne. 

Graue Strähnen bekommen etwas mehr Farbe ab. Ist die Farbe überall verteilt, kämmen Sie die Haare mit einem grobzinkigen Kamm durch und stellen den Timer. Nach angegebener Zeit (meist 20–30 Minuten) wird die Farbe mit lauwarmem Wasser ausgespült. Bitte so lange spülen, bis das Wasser im Abfluss klar ist.

Anschließend werden die frisch gefärbten Haare noch mit einem Pflegeshampoo, idealerweise Colorshampoo, gewaschen. Fertig!

Tönung oder Coloration – was ist besser?

Im Geschäft finden Sie Tönungen und Colorationen doch was genau ist der Unterschied zwischen den beiden Produkten? Wie wirkt eine Haartönung gegenüber einer Haarcoloration?

Wirkung einer Tönung

Beim Tönen heften sich Farbmoleküle an ein Protein in der Haarstruktur und umhüllen das Haar wie ein Farbmantel. Das ist wunderbar schonend fürs Haar, aber nicht sehr haltbar: Nach 10 – 15 Haarwäschen ist die Tönung wieder draußen. 

Außerdem ist eine Tönung nicht kräftig genug, um Haare aufzuhellen, man kann nur dunkler tönen. Tönungen eignen sich zur leichten Umfärbung (ein bis zwei Nuancen entfernt vom Naturton), zur Korrektur von Farbverschiebungen (etwa einem Gelbstich nach Blondierungen) und zum Kaschieren allererster grauer Haare (mit einem Weißanteil im Haar von unter 10%). 

Und nicht zuletzt zur Pflege: Der Mantel einer Tönung glättet die Schuppenschicht, Licht kann anschließend besser reflektiert werden, wodurch die Haare sehr schön glänzen.

Wirkung Coloration

Eine Coloration wäscht sich nicht aus, sie bleibt im Haar – irgendwann zeigt sich also ein Ansatz. Bei einer Coloration quillt Ammoniak das Haar auf, so dass andere Stoffe direkt in die Struktur eindringen können.

Wasserstoffperoxid hellt das Haar in einer chemischen Reaktion auf, natürliche Farbpigmente werden ersetzt. Colorationen sind fordernd fürs Haar, es braucht im Anschluß viel Pflege. Eine Coloration ist die richtige Wahl zum Abdecken grauer Haare (Weißanteil über 10%) und zur dauerhaften Veränderung der Haarfarbe.

Wirkung Intensivtönungen

Eine Zwischenlösung: Intensivtönungen arbeiten auch mit Wasserstoffperoxid, allerdings in viel geringerer Dosierung. Eine Aufhellung ist nicht möglich, aber die Farbe bleibt dauerhaft im Haar.

Haar natürlich färben

Die schonendste Art, die Haarfarbe zu verändern, ist mit Hausmitteln. Beim Aufhellen darf man allerdings keine Wunder erwarten, möglich ist nur ein leichter Effekt. 

Kamillentee zur Aufhellung

Kochen Sie aus sechs Beuteln Kamillentee einen Liter Tee. Einmassieren, Sud eine Nacht lang einwirken lassen, dann gut ausspülen.

Zitronensaft zur Aufhellung

Zehn Zitronen auspressen, den Saft in eine Sprühflasche geben und auf dem feuchten Haar verteilen, 20 Minuten einwirken lassen, gut ausspülen.

Zwiebelschalen zum natürlichen Tönen

Haare braun tönen kann man mit Zwiebelschalen. Dazu 100 g Zwiebelschalen in einem viertel Liter Wasser aufkochen, ziehen lassen, bis der gewünschte Ton erreicht ist, Schalen filtern und ein Eigelb in den Sud rühren. Einmassieren, zehn Minuten einwirken lassen, ausspülen.

Rote-Beete-Saft für rote Akzente

Rote Akzente im braunen Haar erreicht man mit einer Mischung aus Rote-Beete-Saft und Honig. Emulsion ins feuchte Haar geben und im Handtuch eingewickelt mindestens vier Stunden einwirken lassen. 

Achtung: rote Beete färbt stark, daher Handschuhe und dunkles Handtuch verwenden. 

Graue Haare natürlich reduzieren

Erste graue Haare mildert ein Sud aus 100 ml Wasser, einem Beutel Schwarztee und vier Esslöffeln Salbeiblättern. 30 Minuten kochen lassen, dann abseihen, 30 Minuten einwirken lassen.

Pflanzenhaarfarben

Haarfärbemittel gibt es auch als Pflanzenhaarfarbe. Diese ist ohne chemische Zusätze schonender zur Kopfhaut und Haaren. Zusätzlich ist die pflanzliche Alternative umweltfreundlicher und kommt ohne Ammoniak aus.

Pflanzenhaarfarben kommen meistens in Pulverform und müssen vor dem Auftragen angerührt werden. Dadurch ist das Färben der Haare mit Pflanzenhaarfarbe etwas aufwendiger als mit chemischen Mitteln.

Was brauchen Haare nach dem färben?

Nach dem Färben ist eine Extraportion Pflege, unbedingt notwendig! Wer diesen Punkt auslässt, hat bald zwar gefärbte, aber trockene und glanzlose Haare. Denn durch den Färbeprozess wird die Schuppenschicht des Haares beschädigt. Je kräftiger die Coloration, desto größer der Schaden, etwa bei einer Blondierung. 

Und die Schuppenschicht muss gesund sein, damit das Haar strahlen kann. Der Schuppenschicht gefällt es, wenn wir unsere Haare nicht zu oft waschen (im Zweifelsfall auch mal auf Trockenshampoo ausweichen). Nach dem Waschen sollte man die Haare kalt abbrausen, das schließt die äußere Haarschicht. Und bitte nicht zu ruppig bürsten, am besten mit Bürsten aus Naturborsten. 

Produkte speziell für gefärbte Haare verwöhnen das Haar zusätzlich: Waschen Sie mit Color-Shampoo, verwenden Sie Color-Conditioner, machen Sie regelmäßig Color-Kuren. 

Vorsicht beim Schwimmbadbesuch: Chlor kann die Haarfarbe verändern, dann extra gut auswaschen!

Nur Ansatz nachfärben

Pro Monat wachsen Haare eineinhalb Zentimeter nach – bei gefärbten Haaren zeigt sich dann ein unschöner Balken. Alle sechs bis acht Wochen kann man den Ansatz nachfärben, nicht öfter, das würde das Haar zu sehr angreifen. Wichtig: Die Farbe sollte unbedingt dieselbe sein.

Haare aufteilen

Man teilt das Haar in vier Partien, indem man mit einem Stielkamm eine horizontale Linie vom linken zum rechten Ohr zieht, und eine vertikale Linie von der Stirn bis zum Nacken. 

Farbe auftragen

Mit dem Stiel des Kamms teilt man dann Strähnen ab und pinselt nur den Ansatz mit einem Haarfärbe-Pinsel (gibt es in der Drogerie) ein. Beginnen Sie am Hinterkopf am Scheitel, und arbeiten Sie sich von dort Strähne für Strähne vor. 

Farbe verteilen

Kämmen Sie die Haare anschließend mit einem grobzinkigen Kamm durch, dadurch kommt die Farbe bis in die Spitzen und das Ergebnis wird gleichmäßiger.

Wer vielleicht nicht dauerhaft, dafür aber spontan und effektiv den Ansatz retuschieren möchte, kann auch auf ein Kaschier-Produkt in passender Farbe zurückgreifen. Im Handel gibt es zum Beispiel Farbpuder für die Haare (wird wie Lidschatten aufgetragen), Färbestifte und Kaschiersprays.

Haarfarbe aus dem Haar entfernen

Sind die Haare nur getönt, kann man den natürlichen Prozess des Auswaschens mit Hausmitteln beschleunigen, zum Beispiel mit Backpulver.

Farbe mit Backpulver auswaschen

Dazu ein Tütchen mit Wasser vermengen, die Paste aufs Haar geben, 20 Minuten einwirken lassen und dann auswaschen. 

Entfärbung mit Honig

Dazu einen Esslöffel Honig in warmem Wasser auflösen und im Haar verteilen. Der Honig muss eine Stunde möglichst gewärmt einwirken (Handtuch ums Haar binden), dann wird er ausgewaschen.

Anti-Schuppen-Shampoo wäscht Farbe heraus

Auch Anti-Schuppen-Shampoo hat sich bewährt, um eine Tönung schneller wieder rauszubekommen.

Color Remover für die Haare

Eine Coloration kann man nicht so einfach aus dem Haar verschwinden lassen, schließlich ist die Farbe in die Haarstruktur eingedrungen. Um das wieder rückgängig zu machen, braucht es Chemie, und anschließend viel Pflege. 

Im Handel gibt es „Color Remover“, sie funktionieren bei rötlichen, braunen oder bunten Haarfarben. Dank einer chemischen Reaktion ziehen sie die künstlich eingelagerten Farbmoleküle wieder aus dem Haar heraus, übrig bleiben sollte die Naturhaarfarbe.

Der Remover wird aufs Haar aufgetragen und nach der Einwirkzeit laut Packungsbeilage sehr lange und gründlich wieder herausgepült. Anwendungen mit Color Remover muss man meist wiederholen, bis zu fünf Wiederholungen sind möglich. Blondierungen kann auch ein Color Remover nicht rückgängig machen, da ja die Farbpigmente zuvor alle entzogen wurden. Hier hilft nur Überfärben.

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Marina Christophhttps://beautymadel.de
Auf Beautymadel möchte ich mich als Mutter und Hausfrau verwirklichen. Ich betreibe Beautymadel seit 2021 und schreibe Beiträge zum Themen wie Gesundheit, Ernährung, Beauty, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden.

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