Sport

Aktivurlaub das muss bei der Planung beachtet werden

Faul am Strand rumliegen ist nichts für Sie? Dann haben wir für alle Sportskanonen hier genau das Richtige: Mit dem ultimativen Aktivurlaub-Guide finden Sie im Dschungel der Angebote das, was Sie wirklich wollen,

WILLKOMMEN IM CLUB

Sie sind Mitglied im Sportstudio oder -verein, trainieren viel und möchten auch im Urlaub was für Ihre Fitness tun – das aber gern im sonnigen Süden am schönen Sandstrand. In dem Fall ist ein Club-Urlaub perfekt für Sie, bei dem sich alles um Sport dreht und dieser von morgens bis abends“all inclusive“ ist.

WO FINDE ICH GENUG SPORT?

Stephan Geisler, Professor für Fitness and Health Management an der IST-Hochschule in Düsseldorf und Cheftrainer bei den Men’s Health Sport-Camps, sagt: “ Die groben Club-Anbieter sind meist sehr gut aufgestellt, was die sportlichen Angebote betrifft, weil sie einen guten Ruf zu verlieren haben.“ Ein bisschen Vorarbeit ist dennoch wichtig, um nicht enttäuscht zu werden: „Studieren Sie im Katalog oder Internet ge nau, was tatsächlich am Urlaubsziel angeboten wird und was auch wirklich inklusive ist.“ Je mehr im (darum meist etwas höheren) Preis inbegriffen ist und je ausführlicher beschrieben, desto besser wissen Sie, was Sie vor Ort erwartet. Stöbern Sie auch im Fitness-Studio, bei Vereinen oder Ihrem Landessportbund – da gibt es oft tolle Angebote, die vielleicht sogar etwas günstiger sind.

DARAUF MÜSSEN SIE ACHTEN

Lernen Sie ein wenig Katalogdeutsch, bevor Sie buchen: Steht da „regelmäßiges Angebot“, klingt das zwar gut, besagt aber nicht viel. Denn laut Gerichtsurteil ist es ausreichend, wenn ein Kurs dann nur 1-mal pro Woche angeboten wird. Und bei „internatio naler Animation“ können Sie Anweisungen auf Deutsch eher nicht erwarten. Im Katalog finden sich oft auch Hinweise darauf, ob ein Club für Singles, Paare oder Familien geeignet ist. Eventuell wichtig, je nachdem ob Sie sich den Pool lieber mit flirtenden Solisten oder aber mit sportlichen Familien inklusive deren Nachwuchs teilen möchten.

Bei der Suche sollten Sie auch darauf achten, ob Sie Infos zur Qualifikation der Trainer finden: Gute Unternehmen werben mit ihnen und stellen deren Profile ins Netz. Kleiner Hinweis noch zum Schluss: Die Umgebung des Clubs ist absolut zweitrangig, für die Erkundung bleibt Ihnen vor lauter Schwitzen meist eh keine Zeit. Hier geht es um Sport, nicht um Sightseeing.

EXTRATIPP

Besonders die Special Events der Veranstalter sind sehr zu empfehlen und meist schnell ausgebucht. „Es hat sich inzwischen herum gesprochen, dass dann exzellente Experten und Profis der jeweiligen Sportarten vor Ort sind und man ein besonders intensives Training bekommt“, so Experte Geisler. Die Robinson Clubs zum Beispiel haben Wellfit Camps, Yoga -oder Dance-Angebote im Programm. In den Tui Magic Life Clubs gibt’s Tennis, Beachball, Zumba oder Surfen als Special, und im Club La Santa auf Lanzarote Triathlon, Functional Training, Biken oder Yoga. Und bei Aldiana geht’s bei Laufwochen, Functional Training oder Indoor-Cycling Events richtig zur Sache. Sogar sanfteren Programmen räumt man dort Special Events ein, zum Beispiel bei „Fit mit Baby“, das sportliche Mütter zurück zum Sport führt.

SELBST IST DIE FRAU

In erster Linie wollen Sie im Urlaub Natur, Kultur (und das Leben!) genießen. Zwischendurch darf’s dann mal eine kleine Fitness-Einheit sein. Darum buchen Sie pauschal oder planen Sie individuell – und hoffen darauf, dass es am Urlaubsziel gute Sportmöglichkeiten gibt.

WIE FINDE ICH SPORT VOR ORT?

„Aus der Ferne lässt es sich nur schwer abschätzen, ob die Infrastruktur für ernsthaften Sport taugt“, sagt Triathlontrainer Stef fen Doernbrack aus Potsdam. Denn selbst wenn Ihr favorisiertes Hotel laut Katalog über einen gut ausgestatteten Fitnessraum“ verfügt, ist es nicht so selten, dass der sich dann vor Ort als muffige Kellerklause mit 3 alten Geräten und 5 Hanteln heraus stellt. Und der Ferienort selbst? Ein Blick in Reiseforen kann aufschlussreich sein, weil dort ehrliche Reiseberichte stehen. Und scheuen Sie sich nicht, intensiv nachzufragen- im Tourismusbüro oder direkt im Hotel.

DARAUF MÜSSEN SIE ACHTEN

Wichtige Fragen ans Hotel: Steht ein sportliches 25-Meter-Becken zur Verfügung oder nur ein Mini-Wellnessbecken? Gibt’s ein Foto des Fitness-Raums? Welches Equipment kann vor Ort ausgeliehen werden? Achtung: „Es gibt keine Garantie, wie gut Leih-Sportgeräte sind“, so Doernbrack. Fragen Sie daher an der Rezeption, wer das Equipment wartet – oder schauen Sie genauer hin: Fungiert ein Hersteller als Ausrüster, spricht das für aktuelles Material. Checken Sie auch die Gegend: Kann man dort entspannt Rad fahren oder ist es zu steil für Normalbegabte? Ist es gefährlich, weil es, wie so oft im Gebirge oder an der Küste, nur eine einzige viel befahrene Straße gibt? Und wie viele Trails fürs Mountainbike hat das Revier? Vieles lässt sich schon vorab herausfinden. Für Radler gibt’s Streckenvorschläge.

EXTRATIPP

Damit Sie auch wirklich Spaß an der sportlichen Herausforderung haben, ist es wichtig, dass Ihr eigenes Fitness-Level an das ran reicht, was die Reise fordert – entweder in gefahrenen Kilometern auf dem Bike oder anhand der persönlichen Bestzeit beim Marathon. Dabei ist wichtig: „Sie sollten die sportlichen Kriterien nicht nur mit Mühe und Not erfüllen, sondern eher locker“, rät Experte Krapp. Sonst sind Sie schnell immer das Schlusslicht der Gruppe – und das macht schlechte Laune. „Wer sich unsicher ist, ob das Leistungsniveau passt, sollte beim Anbieter direkt nachfragen“, rät von Opel.

AB IN DIE NATUR

Endlich mal das langweilige Büro und den Großstadtmief hinter sich lassen und raus, was erleben! Adrenalinjunkies wollen klettern, trekken, mountainbiken unter freiem Himmel oder das Wasser bezwingen beim Raften, Kiten oder Surfen. Andere sich in ihrem Lieblingssport verbessern. Dazu noch ein schöner Ort mit schön viel Sonne – hach, das ist der perfekte Urlaub.

WO FINDE ICH GUTE ANGEBOTE?

Es lohnt sich, je nach Sportart eine passende Fachzeitschrift zu kaufen und dort die Inserate zu durchstöbern, beispielsweise bei Magazinen wie “ Mountain BIKE““,Outdoor“ oder Klettern“. „Gute Qualität gibt es meistens dort, wo Anbieter mit einem Dachverband kooperieren, beim Klettern etwa mit dem deutschen Alpenverein“, sagt Experte Geisler. Und Alex Krapp von der Zeitschrift Outdoor“ ergänzt: „Bei großen Anbietern kann man überwiegend sicher sein, dass das Angebot stimmt. Aber auch kleinere Berg-, Kajak- und Kletterschulen haben oft tolle Angebote für Einsteiger und Fortgeschrittene.“ In den Alpen etwa gibt es in den meisten Fällen da, wo die großen Skischulen sind, im Sommer auch gute Angebote für Klettern und Bergsteigen.

DARAUF MÜSSEN SIE ACHTEN

„Wie gut eine Sportwoche ist, hängt von dem Team ab, das vor Ort ist“, sagt Sonja von Opel, Läuferin und Personal Trainerin, die ebenfalls Laufcamps organisiert. Gut also, wenn entweder ein großes Unternehmen mit vielen Kontakten und viel Erfahrung hinter der Reise steckt oder aber ein kleiner, nur darauf spezialisierter Anbieter.“Ich empfehle immer, vorher herauszufinden, wer der Trainer sein wird. Denn das sagt schon viel über die Qualität eines Camps aus.“ Beispiel Laufcamps: Ein professioneller Läufer ist immer besser als ein allgemeiner Fitness-Trainer.

EXTRATIPP

Unabhängig vom Equipment vor Ort können Sie sich Mini-Fitness-Geräte selbst mitbringen… ein Theraband passt in jeden Koffer.

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