Sport

Sport oder Spaß was hilft beim abnehmen?

Sommer, Sonne – raus mit Ihnen! Es gibt Funsportarten, die so effektiv sind, dass Sie sich den Besuch im muffigen Fitness-Studio sparen können.

Wer, bitte schön, sagt denn. dass Sport immer wehtun muss? Und dass nur Aktivitäten was bringen, bei denen Ihnen der Schweiß von der Stirn tropft? Viele Funsport arten werden oft belächelt. Dabei bringt jede einzelne Bewegung was: Die Stoffwechselvorgänge im Körper werden angeregt, die Muskulatur erhalten und aufgebaut, außerdem profitieren Herz, Lunge und Gefäße von der besseren Durchblutung. Und selbst wenn der Bauch durch Bowling oder Minigolfspielen nicht flacher wird, so werden Sie auf jeden Fall cleverer: „Durch neue Bewegungsreize werden neue synaptische Verbindungen im Hirn geknüpft“, sagt Professor Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dadurch laufen die Hirnfunktionen entsprechend rund, und Ihre Kreativität wird auch noch gefördert. Aber was ist nur Fun und was schon Fitness? Sehen Sie selbst.

Federball

Federball ist eine sehr spaßbetonte, aber auch enorm reaktive Sportart“, sagt Froböse. Dazu bekommen Sie ein super Herz-Kreislauf-Training, wenn Sie die schnellen Schmetterbälle des Geg ners nur im Sprint erreichen können. Anfänger können ruhig in Zeitlupe spielen, bis die Bewegungsabläufe verinnerlicht werden. Aber (und das gilt auch für Federball-Fortgeschrittene) spielen Sie auch mal bei ordentlich Wind. Denn die steife Brise macht den Ball unberechenbar und das Spiel damit zur perfekten Herausforderung. Unschlagbarer Bonus: Außer Schläger, Ball und etwas Platz auf der grünen Wiese brauchen Sie nichts.

Longboard

Es ist auf Geschwindigkeit und Strecke machen ausgelegt und hat einen großen Spaßfaktor. Das Longboard ist aber vor allem eins: ein super Trainingsgerät, um das Balancegefühl zu schulen und koordinative Fähigkeiten zu verbessern. 2 Dinge sind allerdings Pflicht: Sie brauchen Geduld und Übung – im Idealfall viel von beidem. Denn gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung; auch das Bremsen will geübt sein- und beides klappt natürlich nicht von Anfang an perfekt. „Um das Brett jederzeit unter Kontrolle zu haben, ist eine schnelle Wahrnehmung und fixe Reaktion nötig“, so Froböse. Das alles trainieren Sie jedoch mit jedem gefahrenen Meter. Erste Versuche machen Sie am besten auf einer bekannten Strecke, die gut asphaltiert ist. Tragen Sie zudem im mer Protektoren, die bei (nicht seltenen) Stürzen vor Verletzungen schützen.

Beach Volleyball

Zugegeben: Der Anblick dieser perfekten Körper von Beach volleyballerinnen kann einen schon neidisch machen. Vor allem aber sind diese Bodys der beste Beweis dafür, dass besagter Strandsport richtig was bringt. Werfen Sie sich nicht nur locker die Bälle zu, sondern gehen richtig in die Vollen, ist Beachvolleyball das beste Ganzkörper-Workout, das Sie unter freiem Himmel bekommen können: Der Sport ist dynamisch und schnell, es wird gesprungen, ge schlagen, geduckt, gehockt; zusätzlich gibt der Sand mit jedem Spielzug den Extrakick in Sachen Anstrengung. Und dazu ist nicht nur der Fun-Faktor extrem hoch. Auch das Wir gefühl und die Teamfähigkeit steigen mit jedem Baggern.

Tretboot fahren

Es ist herrlich entspannend, die Sonne scheint, das Wasser plätschert beruhigend ums Bötchen herum, und am Ufer gibt’s so viel zu sehen – da kann die Prognose für den Trainingseffekt nicht besonders post Ihren tiv ausfallen? Richtig, denn außer Ihren Beinen ist ja nicht viel in Bewegung. Tretbootfahren sollte vor allem Spaß machen mehr nicht, Klar, echte Fitness-Freaks basteln sich auch daraus ein Workout: Sie verlängern die Strampelstrecke und erhöhen somit die Beinarbeit. Oder starten Wettrennen gegen andere Boote. Oder trampeln auf eine gewisse Entfernung so schnell es geht und dann wieder im Sightseeing-Modus (Intervalleffekt). Aber machen wir uns nichts vor. Wer ernsthaft trainieren will, tut das nicht im Tretboot.

Hula-Hoop

Den Reifen haben Sie vielleicht das letzte Mal zu Schulzeiten im Einsatz gehabt. Das geht vielen – dabei lohnt sich das Hüftkreisen auch im Erwachsenenalter: Die Bewegung ist koordinativ anspruchsvoller, als sie auf den ersten Blick erscheint, das Becken wird stimuliert, der gesamte Rumpf ist in Bewegung. Das Zentrum des Organismus wird dadurch gestärkt, die inneren Organe zur Tätigkeit angeregt“, so der Fitness-Experte. Der sexy Hüftschwung stärkt so den Bauch und auch das Selbstbewusstsein.

Tischtennis

„Das ist eine äußerst komplexe Sportart. Sie hat zahlreiche Komponenten wie Antizipation, Wahrnehmung in der Hand, Aufmerksamkeit, schnelles Reagieren“, sagt Froböse. Für eine Runde Spaß taugt dieser Sport also immer. Als Fitnessprogramm eher nicht. Klar, Sie haben nicht nur den Schläger selbst in der Hand, sondern auch das Ausmaß, wie sehr Sie ins Schwitzen kommen: 2 gegen 2, im Quartett gegeneinander oder Runden laufen mit mehreren Personen – Möglich keiten, die Anstrengung zu erhöhen, gibt’s viele. Aber letztlich muss man leider sagen: Der Trainingseffekt für Beine oder Schlaghand ist vergleichsweise gering.

Sport-Games

Sie glauben, ein virtuelles Training auf Playstation, Wii, XBox und Co. ist kein echter Sport? Für Profis ist das sicherlich richtig. Für Bewegungsmuffel jedoch kann diese Art des Trainierens der perfekte Einstieg sein. „Hauptsache, es findet überhaupt ein Bewegungsreiz statt“, sagt Froböse. „Für Anfänger kann das schon die Initialzündung sein.“ Wichtig für alle: Checken Sie die Benutzerfreundlichkeit und ob Konsole und Spieleauswahl genug Abwechslung bieten. Denn geht der Spaß daran verloren, ist es für die Couch-Potatos schon wieder vorbei mit der sportlichsten Zeit ihres Lebens. Vergnügen und Schweiß liegen auch hier eng beieinander, weil Tänze wie diese immer auch eine enorm hohe Körperspannung fordern.

Tanzen

In erster Linie soll’s Spaß machen, aber einen kleinen Sport Bonus gibt’s noch dazu. „Wie groß der Trainingseffekt ist, hängt natürlich von der Dynamik des Tanzes ab“, sagt der Experte. Je wilder Sie also Arme und Beine im Takt der Musik zappeln lassen, desto mehr wird der ganze Körper gefordert und trainiert. Aber auch, wenn Ihnen der Sinn mehr nach langsamem Walzer steht: Vergnügen und Schweiß liegen auch hier eng beieinander, weil Tänze wie diese immer auch eine enorm hohe Körperspannung fordern. „Dabei werden Koordination und das Herz Kreislauf-System sehr stark gefordert“, so Froböse weiter. Egal, ob Fun oder Fitness: „Musik ist immer ein toller Stimulus. Die freie Bewegung durch den Raum schult das Loslassen und Entspannen können.“

Slackline

Es sieht so einfach aus. Aber beim Selbstversuch werden Sie schnell spüren, dass der Lauf über die Leine für fast jeden Muskel im Körper harte Arbeit ist. Das ständige Ausbalancieren macht das Ganze zum anspruchsvollen Ganzkörper-Training, vor allem für den Rumpf und die tiefliegenden Muskelstrukturen. Damit Sie als Anfänger nicht so schnell den Spaß an der Sache verlieren, spannen Sie das Seil zu Beginn nicht zu hoch über dem Boden (dauernd runterzufallen ist nicht gerade motivierend). Je sicherer Sie irgendwann auf dem Seil wandeln, desto schwieriger darf’s auch werden: Verlängern Sie die Strecke, bauen Sie Drehungen und Sprünge ein.

Golf

Früher als Alte-Herren-Sport belächelt, wird Golf auch bei jungen Frauen immer beliebter. Es gibt auch gar nichts zu meckern an Bewegung an der frischen Luft und den weiten Wegen, die man (selbstverständlich ohne Caddy!) zurück legt. Wer es regelmäßig macht, kann dadurch sogar seine Lebenszeit um 5 Jahre verlängern, wie eine schwedische Studie gerade bewiesen hat. Aber es ist auch folgendermaßen: Mit jedem Schlag werden zwar die Beweglichkeit der Hüfte und die Schlagkraft geschult. Das bleibt jedoch ein einseitiger Bewegungsablauf, sodass man von einem ausgewogenen Training leider nicht sprechen kann.

Gassi gehen

Hunde sind nicht nur süße Begleiter, sondern auch tolle Trainingspartner. Denn ja: Eine ausgiebige Feierabendrunde kön nen Sie durchaus als Training verbuchen (solange Sie nicht an jeder zweiten Parkbank Pause machen). „Selbst moderate Bewegungen wie strammes Spazierengehen wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Zum Beispiel können dadurch die Cholesterinwerte gesenkt werden.“ Laufen Sie mal gemütlich und mal zügig, ist der Effekt aufs Herz-Kreislauf-System deutlich. Übrigens nicht nur bei Ihnen, sondern auch beim geliebten Vierbeiner.

Frisbee

Das Hin- und Herwerfen der Scheibe allein bringt zunächst nicht viel mehr als Spaß und etwas größere Beweglichkeit im Handgelenk. Wem das nicht reicht, der kann mit ganz simplen Änderungen ein super Mini-Workout daraus machen: weiter und schneller werfen, häufiger und schneller rennen. Das steigert Ihre Wurfkraft, die Beweglichkeit für Schulter- und Handgelenk und pusht den Puls. Froböserät außerdem zu beidhändigen Üben und gelegentlichem Abheben: „Mit hohem Fangen in der Luft wird zusätzlich die Sprungkraft trainiert.“ Das ist doch Pipifax für eine Sportskanone wie Sie? Dann machen Sie Kniebeugen, Liegestütze oder Hampelmänner während jeder Flugphase.

Minigolf

Auf vielen Kursen geht es leicht los und endet oft mit Bahnen, auf denen es Looping oder Wasser schnelse erschweren, den kleinen Ball einzulochen. Deshalb ist hier vor allem Geschicklichkeit gefragt: „Die Abstimmung der Muskeln mit den Wahrnehmungsorganen ist für einen präzisen Schlag wichtig“, so Froböse. Üben Sie den ersten Schlag ruhig trocken, damit Sie erstmal ein Gefühl dafür bekom men. Und versenken Sie nicht nur den Ball, sondern bitte auch den Gedanken, sich sportlich betätigen zu müssen: Sie sind ausschließlich zum Spaß.

Seilspringen

„Das ist ein fantastisches Herz-Kreislauf-Training. Außerdem schult es die reaktiven Fähigkeiten enorm und erfordert eine gute Fußgelenksarbeit.“ Zudem ist Seilspringen der absolute Burner in Sachen Fettverbrennung: Mit rund 700 Kalorien pro Stunde sind Sie dabei! On top zügelt Seil springen auch den Appetit, weil sich der Magen vom vielen Rumhopsen irritieren lässt und der Körper Hormone ausschüttet, die dem Hirn sagen: essen? Ist grad nicht nötig.

Inlineskaten

Die Geschwindigkeit eines Könners ist reizvoll, muss für einen Kardio-Effekt aber gar nicht sein: Einen Berg hochfahren, eine Strecke von 10 bis 20 Metern auf einem Bein skaten oder die Schwungphasen extrem in die Länge ziehen das fordert Muskeln und Stoffwechsel heraus und geht so richtig in die Beine und den gesamten Rumpf. Bei all der körperlichen Belastung muss der Spaß aber nicht zwingend zu kurz kommen: In der Gruppe machen Ausflüge auf Rollen besonders viel Spaß. Und dabei können Sie sich nebenbei auch am kräftesparenden Windschattenfahren versuchen.

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