Gesichtspflege

Pusteln, Knötchen, Rötungen ausgelößt durch Rosazea

Rosazea ist als chronisch entzündliche Hautkrankheit auf den ersten Blick sichtbar und deshalb für die Betroffenen sehr belastend.

Pusteln, Knötchen, Rötungen, erweiterte Blutgefäße – rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Rosazea, einer Akne ähnlichen, chronisch-entzündlichen Gesichtsdermatose. Sie betrifft meist hellhäutige Personen und zeigt sich an Stirn, Nase und Kinn oder Wangen. Die Haut ist gereizt und trocken, sticht, brennt oder juckt. Besonders belastend: Die Krankheit ist auf den ersten Blick zu erkennen und kann zu entstellenden Hautwucherungen im Bereich von Nase und Kinn führen. Bei 30 bis 50 Prozent aller Rosazea-Betroffenen sind auch die Augen betroffen: Sie jucken, brennen und tränen, die Augenlider sind gerötet und geschwollen. Hinzu kommen Fremdkörpergefühl oder verschwommenes Sehen. Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Symptomen gehören unbedingt in haut- und gegebenenfalls auch augenärztliche Behandlung. Am besten Sie vergewissern sich, dass das bereits der Fall ist. Die Therapie fußt auf drei Säulen: Auslöser meiden, Medikamente und die richtige Hautpflege.

Auslöser meiden

An der Entstehung der Rosazea sind mehrere Faktoren beteiligt: Neben einer erblichen Veranlagung wird ein Befall mit Haarbalgmilben diskutiert. Diese sollen entzündungsfördernde Immunreaktionen auslösen und Gefäßschäden verursachen. Umweltfaktoren verstärken die Symptome, darunter Sonnenlicht, Wärme, Kälte, starke Temperaturschwankungen, Koffein-, Nikotin- und Alkoholkonsum, stark gewürzte Speisen, Zusatzstoffe in Kosmetika, Stress und bestimmte Medikamente. Wer diese Auslöser meidet, kann die Symptome günstig beeinflussen. Tipp: Wer unter Rosazea leidet, sollte ausgiebige Aufenthalte in der Sonne meiden und Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50 verwenden, die gegen UV-A- und UV-B-Strahlen wirken.

Medikamente

In der medikamentösen Therapie kommen sowohl topische als auch systemische Arzneistoffe zum Einsatz. Als Gel wirkt der aus der Augenheilkunde bekannte Wirkstoff Brimonidin lokal gefäßverengend, das Antibiotikum Metronidazol immunmodulierend und antientzündlich. Das Insektizid Ivermectin wirkt als Creme gleich doppelt: gegen Entzündungen und Milbenbefall. Auch das entzündungshemmende Aknemittel Azelainsäure zählt bei leichter und mittelschwerer Rosazea zu den Mitteln der ersten Wahl. Bei starken Formen kommt eine systemische Therapie mit den Antibiotika Doxycyclin, Minocyclin oder Azithromycin in Betracht. Das Aknemittel Isotretinoin sowie bestimmte Betablocker sind sehr schweren Formen vorbehalten. Tipp: Glucocorticoide verschlimmern die Symptome und sind bei Rosazea kontraindiziert. Nur bei sehr schwerem Verlauf kann vorübergehend eine Kortisongabe erforderlich sein.

Hautpflege

Lokale Arzneiformen können als Nebenwirkung zu rosazea ähnlichen Symptomen wie Brennen, Stechen, Juckreiz, Trockenheit sowie erhöhte Lichtempfindlichkeit führen. Eine gründliche Hautpflege und hoher Sonnenschutz sind deshalb unverzichtbar. Geeignet sind lipidarme, hautneutrale Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe, Alkohol, Emulgatoren und Mineralöle. Rötungen lassen sich mit geeignetem Make-up überdecken. Tipp: Peelings und durchblutungsfördernde Masken können die Erythembildung verstärken und sollten gemieden werden.

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