Gesichtspflege

Anti-Aging-Forschung was ist mit Cremes möglich?

Ihr wahres Alter kennt in Zukunft nur noch Ihre Mutter. Jedenfalls wenn wir den Beauty-Forschern Glauben schenken. Die haben jede Menge neue Wirkstoffe entdeckt, die uns ewige Jugend bescheren sollen.

Wir wollen alt werden, aber natürlich nicht alt aussehen. Und das könnte tatsächlich auch gelingen. Frei verkäufliche Kosmetik darf heute viel mehr als noch vor ein paar Jahren, die Wirkstoffe werden immer ausgeklügelter, die Cremes und Seren immer feiner, sodass sie selbst in tiefe Hautschichten eindringen können. Vor allem die Medizin steht Pate bei der Inspiration in Sachen Anti-Aging-Forschung. Wir haben uns bei Firmen und Forschern umgehört, worauf wir uns 2015 freuen dürfen.

MIT SEREN DIE ZELLALTERUNG AUFHALTEN

Dem großen Traum, die Hautalterung aufzuhalten, rücken wir durch die geschickte Kombination von 2 Wirkstoffen näher: Omega Statin und Z-Dronat. Klingt einfach, aber dahinter stecken über 10 Jahre knallharte Forschung. Wissenschaftler aus Marseille haben dafür die seltene Krankheit Progerie genauer unter die Lupe genommen, dabei altern Kinder bis zu 10-mal schneller, die Lebenserwartung liegt nur bei etwa 14 Jahren. Der Grund ist genetisch, durch ein Protein mutieren die Zellkerne. Die alternde Wirkung des Proteins lässt sich jedoch mit den 2 kosmetischen Wirkstoffen deutlich hemmen. Damit können zwar die Kinder nicht geheilt werden. So weit ist die Forschung noch nicht. Aber wenn wir das Serum auf unsere Haut auftragen, profitieren gesunde Zellen davon und zwar vorbeugend und korrigierend – und lassen uns länger jung erscheinen. Die Firma M2 Beauté hat das Wirkstoff-Duo patentieren lassen, es dringt in die tief liegende Hautschicht Dermis. ein und regt die Bildung von Kollagen, Elastin und sogar Unterhautfettgewebe an. Leider ist es nicht ganz billig: Für ein Dual Cell Therapy Serum müssen wir 129 Euro berappen, es wird nur abends vor der Creme aufgetragen und reicht für etwa 2 Monate.

DIE HAUT KANN FEINDE JETZT SELBST ELIMINIEREN

Über die Langerhans-Zellen in der Haut lassen sich Infekte abwehren, UV-Schäden reparieren, Falten und Trockenheit vermeiden. Ein guter Grund also, diese Zellen zu pushen. Trotzdem brauchten japanische Forscher 20 Jahre, die bereits 1867 entdeckte Zelle endgültig zu knacken. Mit Wirkstoffen aus Ginkgo Biloba, Perilla und wildem Thymian lässt sich die Funktion der Langerhans-Zelle um satte 64 Prozent steigern. Damit ist die Haut in der Lage, die eigene Abwehrkraft so zu stärken, dass sie sich selbst schützen kann und Schäden behebt. Und das angeblich sogar, bevor sie entstehen. Das Serum dazu heißt Ultimune Power Infusing Concentrate von Shiseido und kostet 82 Euro. Es wird 2-mal täglich vor der Pflegecreme aufgetragen.

STAMMZELLEN SORGEN JETZT FÜR PRALLE HAUT

,,Eine Blume kann sich aus einer einzigen Zelle komplett neu bilden und gibt all ihr Wissen weiter“, sagt Elsa Devillechabrolle, wissenschaftliche Expertin bei Lancôme. Sie kann reparieren, Verletzungen schließen, Blüten bilden etc. Nun stecken über 2 Millionen Stammzellen aus einer Rose in einem einzigen Kosmetiktiegel. Was die machen? ,,Durch Stammzellen kann die Regenerationswirkung einer Creme verbessert werden.“ Dabei ist es der Stammzelle völlig egal, wen sie bei der Selbsterneuerung oder Heilung unterstützen. soll, sie dockt ganz einfach dort an, wo sie gebraucht wird. Die Stammzellen bei Lancôme stecken etwa in der Absolue L’Extrait Creme (um 320 Euro). Zur Luxus creme gibt’s einen Massage Applikator. Andere Firmen boosten die Wirkkraft in ihren Tiegeln mit Stammzellen aus Äpfeln oder Weintrauben.

WIRKSTOFFE GELANGEN VIEL TIEFER IN DIE HAUT

„Unsere neue Innovation ist eine Mikroemulsion mit einer ultrafeinen Verteilung der Tröpfchen“, sagt Andrea Weber, Forschungsleiterin bei Babor. Man kann es sehen und spüren, das Serum ist sofort weg.“ Es wirkt ohne Emulgator, wird vor der Anwendung geschüttelt und muss innerhalb einer Woche verbraucht werden. Die Inhaltsstoffe wurden so konzipiert, dass der Fokus nicht nur auf der Hautalterung und den Falten liegt, sondern auch Ausstrahlung und Glow verbessert werden. „Untersuchungen haben gezeigt, dass für die Einschätzung des Alters der Gesamteindruck eine große Rolle spielt: Farbe, Glanz, Falten, aber eben auch, ob die Haut fahl oder irritiert aussieht.“ Deswegen schützt das Serum den Lebenszyklus der Hautzelle, fängt freie Radikale, glättet die Haut und gleicht Farbunterschiede aus. „Wir helfen der Haut, sich selbst zu helfen“, sagt Andrea Weber. „Ich glaube, da wird in Zukunft noch sehr viel mehr kommen.“ Das ReVersive Anti-Aging Dual Serum gibt’s im 4er-Set, um 190 Euro. Es kann als Kur oder auch länger benutzt werden.

DER BIORHYTHMUS DER HAUT WIRD JETZT VOLL AUSGENUTZT

Damit die Haut jung und knackig bleibt, spielen bestimmte Rhythmen eine viel größere Rolle als bislang angenom men. „Unsere Hormone und die Hauttemperatur sind zu bestimmten Tageszeiten völlig unterschiedlich“, sagt Haut forscherin Prof. Michaela Axt Gadermann. Darum sehen Frauen, die im Schichtdienst arbeiten, oft sehr viel älter aus, als sie sind. Der Rat der Dermatologin und Sportmedi zinerin: die Rhythmen auch bei der Pflege beachten. Morgens ist die wichtigste Aufgabe der Haut, die Schutzbarriere die Fettdrüsen sehr aktiv, darum verlangt eine glänzende Nase nach etwas mehr Transparentpuder. Abends ist die Haut gut durchblutet, und weil sie so aktiv ist, auch durchlässiger für Anti-Aging Inhaltsstoffe und feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Dexpanthenol, Urea und Öle. „Abends kann die Haut 25 Prozent mehr Wirkstoffe aufnehmen“, so die Forscherin. „Auch der oxidative Stress steigt nachts stark an.“ Deswegen sind Antioxidantien zum Abendbrot eine gute Ergänzung, sie stecken in intensiv gefärbtem Obst und Gemüse, aber auch im Gläschen Rotwein. Schön zu wissen: Während des Eisprungs sind wir am attraktivsten, „das kann man sogar auf Fotos feststellen“. Zu Beginn des Zyklus wird die Haut trockener und lichtanfälliger, in der Mitte sieht sie super aus, und am Ende kommen die Pickel chen. ,,Steuern Sie darum vorbeugend mit einer Anti pickelpflege gegen.“

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