Beauty Trends

Im Alter wird Beauty zu einer Herausforderung

Mit MIMIKFALTEN muss man sich abfinden?

Stimmt nicht ganz. Rund 30 000 Muskelbewegungen muss allein die zarte Gesichtshaut täglich mitmachen. „Bis Mitte 20 macht ihr das wenig aus. Mit zunehmendem Alter ist die Haut jedoch weniger elastisch. Dann kann häufiges Zusammenziehen der Augen oder Stirnpartie zu dauerhaften Fältchen führen, die sich regelrecht in die Haut eingraben“, weiß Kosmetikerin Judith vom „Club Olympus Spa“ des „Grand Hyatt Hotels“ in Berlin.

DAS KÖNNEN SIE TUN Mimikfältchen lassen sich auf zwei Arten mildern: durch Cremes mit aufpolsterndem Fillereffekt oder entspannenden, botoxähnlichen Wirkstoffen, sogenannten Polypeptiden (Eiweißen). Und durch kleine, sanft kreisende Massagen an Stirn oder Schläfen.

GEWICHTSKONTROLLE: Wer über 30 ist, nimmt schneller zu als früher?

Das kommt darauf an. „Frauen mit viel Muskelmasse nehmen auch ab 30 nicht so schnell zu. Frauen mit wenig Muskelmasse müssen dagegen aufpassen“, sagt die Ernährungsexpertin Marion Grillparzer aus München. Denn in den Muskeln werden Fett und Zucker aus der Nahrung zu Energie umgewandelt. Durch den Verlust von hormoneller Energie, aber auch durch den natürlichen Muskelabbau verliert man rund ein Kilo Muskelmasse, bis man 40 ist. Dieses Kilo weniger verbrennt rund 100 Kalorien weniger am Tag. „Klingt nicht viel, macht aber in rund 70 Tagen bereits ein Kilo mehr auf den Hüften aus“, so Marion Grillparzer.

DAS KÖNNEN SIE TUN Täglich 30 Minuten ausdauernd bewegen. Wichtig: 2x pro Woche Krafttraining, dadurch wächst die Muskel masse. Eiweiß (1,5 Gramm pro Kilo Körpergewicht pro Tag) und Omega-3-Fettsäuren bremsen zudem den Muskelverlust.

Einmal CELLULITE, immer Cellulite?

Ja, leider. Denn die Dellen werden uns in die Wiege gelegt, und sie treffen dicke und dünne Frauen, Sport-Freaks und Couch-Potatoes. Aber: „Wo trainierte Muskeln sind, haben Cellulite-Dellen es deutlich schwerer, sich zu zeigen“, sagt Anja Bogdanski, Fitness-Trainerin und Inhaberin des „One to One Fitness & Health“-Studios in Oberhaching.

DAS KÖNNEN SIE TUN, Orangenhaut lässt sich durch Muskel training mit leichten Gewichten und vielen Wiederholungen reduzieren. Gut ist auch sanftes Ausdauertraining wie Schwimmen, Walken, Radeln oder Pilates. Gegensteuern können Sie auch mit der richtigen Ernährung: Vitamin C plus Eiweiß hungert Fettzellen buchstäblich aus.

JUNG aussehen ist vererbbar?

An der Theorie von Muttis guten Genen ist was dran. „Gesichtsform, Dicke der Oberhaut, aber auch die Mimik sind weitgehend erblich vorbestimmt“, so die Münchner Dermatologin Dr. Patricia. Und sogar die Art, wie die Haut mit schädigenden Einflüssen von außen umgeht, ist genetisch bedingt und individuell sehr verschieden.

DAS KÖNNEN SIE TUN, Egal ob die Natur nett zu Ihnen war oder nicht: Pflege mit Power-Stoffen wie Peptiden, Kollagen oder Vitamin A unterstützt die Haut im Kampf gegen das Altern.

Die HÄNDE altern besonders schnell?

„Optisch stimmt das“, sagt Hautärztin Dr. Patricia. Der Grund: Die Schicht unter der Oberhaut, die den Nachschub an Reparatur- und Versorgungsstoffen sichert, ist hier sehr dünn. Außerdem sind die Hände permanent der Sonne ausgesetzt und werden rund zehnmal täglich gewaschen. „Damit werden schützende Lipide regelrecht ausgewaschen. Und das UV-Licht sorgt für frühzeitige Fältchen“, so die Hautexpertin.

DAS KÖNNEN SIE TUN Täglich eine Handcreme mit Lichtschutz verwenden. Und zum Waschen ein Waschöl, seifenfreie Syndets oder eine Olivenölseife nehmen.

Auch HAARE leiden mit der Zeit?

Ein klares Ja. „Schon mit durchschnittlich 30 beginnt das Grauwerden. da die pigmentbildenden Zellen weniger Melanin liefern“, sagt Sascha Galow, Friseur aus Berlin. Graues Haar ist zwar meist dicker, aber auch störrischer als farbiges. Durch die fehlenden Pigmente wirkt es aber durchscheinender und dünner. Kommt dann später noch ein absinkender Hormonspiegel dazu, werden die Haarwurzeln schlechter mit Nährstoffen versorgt, das führt oft zu Haarausfall.

DAS KÖNNEN SIE TUN, ab 50 Prozent Weißanteil im Haar deckt nur eine Coloration. Am besten sind hier Blondtöne, da die nachwachsenden grauen Ansätze so am wenigsten auffallen. Anti-Aging-Haarpflegeprodukte mit Koffein, Ginseng, Keratin oder Taurin stimulieren Haarwurzel und -substanz.

Mit 30 kann man PFLEGE SÜNDEN leicht ausbügeln?

Kommt auf die Schwere der Sünde an. „Wer öfter nach einer Partynacht mit Make-up ins Bett steigt, nie Augencreme verwendet und dazu noch ein stark austrocknendes Reinigungsprodukt benutzt, stellt auch mit 30 schon die Weichen zu frühzeitiger Hautalterung“, so Beauty-Fachfrau Judith.

DAS KÖNNEN SIE TUN, ein sanfte Reinigung und eine Feuchtigkeitscreme halten die Barriereschicht der Haut intakt. So ist sie perfekt vor Feuchtigkeitsverlust, Irritationen und vorzeitigen Knitterfältchen geschützt.

Wer extrem schlank ist, bekommt schneller Falten?

Das trifft zu. Eine Zwillingsstudie hat gezeigt, dass der Zwilling deutlich älter geschätzt wird, der weniger wiegt. „Besonders tückisch ist ein schneller Gewichtsverlust jenseits des 30. Lebensjahres“, sagt Dr. Patricia. Dadurch entstehen Falten, und – noch entscheidender – es kommt zu einem Volumenverlust. „Fehlt Volumen. im Mittelgesicht, sinken die Konturen ein, das ganze Gesicht wirkt dadurch sofort älter“, so die Dermatologin.

DAS KÖNNEN SIE TUN, Crash-Diäten vermeiden. Wer abnehmen möchte, sollte auf viel Eiweiß, gute Fette, viel Obst und Gemüse achten. Das polstert das Bindegewebe durch Muskelaufbau, fördert die Fettverbrennung und hält die Haut schön straff.

OHNE SONNE mit 50 wie mit 30 aussehen?

Schön wär’s. „Selbst in einer Höhle ohne einen Strahl Sonne würden wir nicht ewig jung bleiben. Neben der Alterung von außen gibt es noch einen inneren Alterungsprozess“, verrät Dr. Ogilvie. Dennoch sorgt die Lichtalterung für besonders schnell sichtbare Aging-Zeichen wie tiefe Falten, lederartige Haut und Pigmentflecken. 

DAS KÖNNEN SIE TUN, UV-Schutz ist entscheidend, um „gepflegt“ zu altern. Nicht nur am Strand, sondern täglich mit Creme oder Make-up mit einen Lichtschutzfaktor von 15 und höher.

Wer in jungen Jahren SPORTLICH war, bleibt viel länger fit?

Unbedingt! „Wer als Kind Ballett gemacht hat, kann die Bewegungsabläufe später schnell wieder abrufen und ist nach kurzer Zeit wesentlich beweglicher als ein Sportmuffel“, so Fitness-Expertin Anja. Wer Ballsportarten betrieben hat, verbessert später schneller die Koordination der Bewegungen. Und ehemalige Ausdauersportler bekommen in kürzerer Zeit wieder eine bessere Kondition.

DAS KÖNNEN SIE TUN, mit Bewegung anzufangen lohnt in jedem Alter. So steigert etwa Walking den Stoffwechselumsatz um 25 Prozent, pusht das Immunsystem und bremst zellschädigende freie Radikale aus.

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