Eine Alternative bei Weizenunverträglichkeit

Kennen Sie schon angekeimtes Getreide?

Das Getreide ist viel besser als sein Ruf. Doch welche Potenziale stecken im Korn und wie macht angekeimtes Getreide das ganze verträglicher?

Öko-Weizen bei Weizenunverträglichkeit

Weizen zählt zu den ältesten Getreidesorten und gilt zusammen mit Reis als wichtigstes Grundnahrungsmittel weltweit. Moderne Weizenzüchtungen zeigen zum Teil Resistenzen gegen Krankheiten, einen hohen Ertrag oder besondere Backeigenschaften – auf ihren gesundheitlichen Wert hin sind sie jedoch weniger gezüchtet worden. Die Öko-Züchtung geht andere Wege. Bei Weizenunverträglichkeit kann es sich lohnen, nach Marken zu schauen, die auf Öko-Saatgut setzen und den Weizen biologisch ohne den hohen Pestizideinsatz anbauen, der heute in der konventionellen Landwirtschaft üblich ist.

Verträglichkeit von Brot

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Verträglichkeit von Brot aus Weizen ist die Dauer der Teigführung. Eine lange Teigführung bedeutet, dass der Teig genug Zeit zum Ruhen und Gehen bekommt. Die enthaltenen Ballaststoffe und auch die Stärke können dann gut aufquellen und so vom Körper besser verarbeitet werden. Die in der Regel langsamere Brotbereitung im traditionellen Bäckerhandwerk sorge dafür, dass Beschwerden verursachende Bestandteile im Brot bis zum Backen bereits abgebaut sind, lautet ein Fazit von Untersuchungen der Universität Hohenheim zur Weizenverträglichkeit.

Seitan aus gekochtem Getreide

Aus Weizenschrot lassen sich leckere kernige Bratlinge herstellen, doch gerade ist ein anderes Weizenprodukt in aller Munde: Seitan. Dieses Lebensmittel aus gekochtem Getreide-Eiweiß wurde in China schon vor fast 1.500 Jahren hergestellt. Den Begriff Seitan gibt es allerdings erst seit etwa 60 Jahren. Geschätzt wird das ausgewaschene und gekochte Getreide-Eiweiß auf grund seiner saftigen Struktur, der vielfältigen Würz möglichkeiten und seiner sehr guten Klimabilanz.

Angekeimtes Getreide als gesunde Alternative

Bei angekeimten Getreide werden Stoffe im Korn ab und umgebaut und manche sogar neu gebildet. Angekeimtes Getreide ist z. B. reich an Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink und B-Vitaminen. Keimbrot ist z.B. halb verdaut, denn große Moleküle wie Gluten werden enzymatisch in Bruchstücke zerlegt und das Getreide wird so verträglicher. Der kleine Weizenkeim, in dem die ganze Lebenskraft des Korns steckt, ist außerdem reich an Spermidin. Jüngere Studien deuten darauf hin, wer mit der Nahrung viel dieses Stoffes zu sich nimmt, verlängert damit möglicherweise seine gesunde Lebensspanne. Spermidin unterstützt nämlich die Zellerneuerung und -reinigung im Körper.

Gesundes Getreide

Getreide ist am gesündesten, wenn es im Ganzen verzehrt wird. Gerade im Keim und in den Randschichten des Korns sitzen wertvolle Fettsäuren, Proteine und Ballaststoffe, die Getreide als Lebensmittel so wertvoll machen. Ideal sind daher Vollkornmehl, Flocken oder das ganze Korn zum Selberschroten oder zum Keimen. Wem das auf Dauer zu kernig ist, der kann auch Vollkornmehl mit helleren Mehlen mischen. Übrigens: Je höher der Vollkornanteil, desto mehr Wasser muss Rezepten zugegeben werden.

Weizenkeimöl strafft die Haut

Mehrere Tonnen Weizen werden benötigt, um einen Liter Weizenkeimöl zu gewinnen. Das empfindliche Öl sollte nicht erhitzt werden. Es enthält einen hohen Anteil an zweifach ungesättigten Omega-6 Fettsäuren und Vitamin E, welches die Zellen vor oxidativem Stress schützen kann. Doch nicht nur für die Gesundheit, auch für die Haut und Haarpflege ist das Öl ideal. Vor 72 Jahren entwickelte der Chemiker Dr. Felix Grandel aus dem Weizenkeim das multiaktive Wirkstoffkonzentrat Epigran. Diese natürliche Essenz glättet und strafft die Haut, sie wird beim Augsburger Unternehmen Dr. Grandel bis heute in zahlreichen Produkten eingesetzt.

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Marina Salow Profilbild
Auf Beautymadel möchte ich mich als Mutter und Hausfrau verwirklichen. Ich betreibe Beautymadel seit 2021 und schreibe Beiträge zum Themen wie Gesundheit, Ernährung, Beauty, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden.