Körperpflege

Die richtige Hautpflege für Diabetiker und Diabetikerinnen

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Die richtige Hautpflege für Diabetiker
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Menschen, die an Diabetes leiden, fühlen sich oft nicht wohl in ihrer Haut: Sie juckt, ist extrem trocken und anfällig für Infektionen. Noch dazu altert sie schneller. Wie betroffene Kunden ihre Haut optimal pflegen und ins Gleichgewicht bringen – hier ein Überblick zur Hautpflege für Diabetiker.

Manchmal deuten sich Probleme im Körper an, noch bevor sie offenkundig werden. Eine sehr trockene und juckende Haut ist mitunter das erste Zeichen einer beginnenden Diabetes: Der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Dabei verliert er Wasser. Folge: Die Haut trocknet aus.

Dagegen kann man mit guter Pflege eine Menge tun, aber das Grundproblem bleibt: Etwa die Hälfte der Menschen, die schon länger an Diabetes leiden, haben durchgehend eine sehr trockene und empfindliche Haut. Zudem ist sie infolge der Zuckerkrankheit anfälliger für Infektionen. Wie hängt all das zusammen? Und wie sieht optimale Pflege von Kopf bis Fuß aus?

Körper lauwarm duschen und am besten ohne Seife

Die Haut eines Diabetikers oder einer Diabetikerin ist extrem trocken. Die wichtigste Aufgabe der Hautpflege für Diabetiker ist es deshalb, sie vor zusätzlichem Austrocknen zu bewahren und sie von außen so gut wie möglich mit Pflegestoffen zu versorgen. Dazu empfehlen Hautärzte Cremes mit sogenannten hautverwandten Lipid-Komplexen, also mit Substanzen, die ohnehin in der natürlichen Hautbarriere vorkommen. Sie sind besonders gut verträglich und können dabei helfen, die Haut ins eigene Gleichgewicht zurückzubringen. Einer der wirksamsten Stoffe ist Urea (Harnstoff).

Er hat sich in den vergangenen Jahren zu einem pharmakologisch bedeutungsvollen Wirkstoff entwickelt, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufnahm. Harnstoff wird im Körper gebildet und ist ein wichtiger natürlicher Bestandteil unserer Haut. Hat man zu wenig davon oder fehlt er ganz, wird sie trocken, faltig und krankheitsanfällig. Mittlerweile lässt sich der Stoff sehr gut im Labor herstellen und wird in der Kosmetik vielfältig verwendet. In Pflegeprodukten, die einen Urea-Anteil von 5 bis 20 Prozent haben, wirkt er stark pflegend: Er bindet Wasser und lagert es in den Hautzellen ein.

Tipps für die Körperpflege: Betroffene duschen im Rahmen der Hautpflege am besten immer nur kurz und lauwarm. Wichtig ist, dass sie keine Seife verwenden, sondern milde Wasch- oder Duschlotionen, die pH-neutral sind und pflegende, rückfettende Substanzen enthalten. Auch wichtig: Immer sanft, aber gründlich abtrocknen. Achten sie darauf, dass die Haut wirklich überall trocken ist, insbesondere dort, wo Haut auf Haut liegt – also etwa unter den Brüsten, in den Armbeugen oder zwischen den Zehen. Das ist notwendig, weil Diabetikerhaut einen leicht erhöhten pH-Wert hat, somit „durchlässiger“ und anfälliger für bakterielle Infektionen ist. Und in einem feucht-warmen Hautklima können Erreger gut gedeihen. Und: Zweimal am Tag von Kopf bis Fuß eincremen. Dafür gibt es in der Apotheke eine große Auswahl an Produkten mit Urea, Dexpanthenol, Vitamin E, Jojobaöl.

Hände von außen Fett und Feuchtigkeit zuführen

In den Handinnenflächen befinden sich bis zu 400 Schweiß- und Talgdrüsen pro Quadratzentimeter. Bei Diabetikern lässt die Aktivität dieser Drüsen nach, die natürliche Hautfeuchtigkeit fehlt also. Umso wichtiger ist es, von außen Fett und Feuchtigkeit zuzuführen, am besten nach jeder Handwäsche in Form einer Urea-Lotion. Wichtig: Die Hände immer nur lauwarm (nicht heiß, nicht Eiskalt) waschen und am besten Waschöl verwenden, es wirkt auf angenehme Weise rückfettend. Und: Wenn das richtige (seifenfreie) Produkt gefunden wurde, am besten dabei bleiben.

Häufige Wechsel können zu Hautirritationen führen. Auf Produkte mit Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sollten wir allgemein verzichten. Das Tragen von Handschuhen bei der Hausarbeit sollte ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein.

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